VITASOPHIE

Schicksal, Karma, wiederholte Erdenleben

Fragen an das Schicksal

Es soll noch Menschen geben, die nicht an wiederholte Erdenleben und Karma glauben. Es fällt auf, dass an nur einem Erdenleben vor allem dann fest gehalten wird, wenn es dem Betreffenden gut geht. Mit zunehmenden Problemen im Leben, existentieller, gesundheitlicher Art, merkt man an, wie ungerecht es doch eigentlich auf der Welt zugeht. Man selbst hat dann nichts als Probleme, während es anderen so gut geht. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er soviel Ungerechtigkeit zu?

Wenn man objektiv in die Menschheit hinein schaut, sieht man sich mit viel Not und Elend konfrontiert. Viele Millionen Menschen haben täglich nicht das Notwendigste zum Leben, in vielen Ländern ist der Hungertod eine Alltäglichkeit. In anderen Ländern, die oberflächlich als "die reichen" bezeichnet werden, herrscht relativer Wohlstand, aber auch hier nehmen große Probleme wie Kinderarmut und -vernachlässigung, Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, zu.

Es geht mir darum, darzustellen, dass es auf der einen Seite Menschen gibt, denen es "gut" geht, die im Wohlstand leben, eine optimale Schulausbildung erfahren dürfen, Entfaltungsmöglichkeiten im Beruf und anderen Bereichen haben, schön wohnen, gut essen, ein allgemein angenehmes Leben führen.

Auf der anderen Seite haben wir unendlich viel Not und Elend, Hunger, Krankheit, oft verbunden mit einem frühem Tod.

Haben halt die einen Glück gehabt, und die anderen Pech? So denken jedenfalls viele, vorzugsweise die, die sich auf der Sonnenseite des Daseins aufhalten dürfen.


Die göttlichen Gesetzmäßigkeiten sind aber absolut gerecht

Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit sind keine Theorie, weder in der geistigen noch irdischen Welt, sondern göttliche Praxis. Gott ist der größte Arithmetiker (Rudolf Steiner). In der geistigen Welt herrschen Präzision und Harmonie bis ins kleinste Detail. Wie könnte sonst dieses großartige Weltall funktionieren?

Warum herrscht dann in der Menschheit soviel Disharmonie und Chaos?

Es hat nichts damit zu tun, dass der Mensch "halt schlecht ist", wie manche behaupten. Wenn es nur ein Leben gäbe, dann würde sich aus einer solchen Ansicht ergeben, dass die Kinder, die in Not und Elend früh dahin gerafft werden, wohl "schlecht" waren, und andere, die in Wohlstand leben, sind "gut". Das macht ja keinen Sinn. Alle Menschen, sowohl diejenigen, denen es gut geht und die, denen es schlecht geht, sind alle des selben göttlichen Ursprungs. Also kann jeder Mensch in seinem innersten Wesen, da, wo der göttliche Ursprung als Funke aus dem göttlichen Feuer entweder vor sich hinglimmt, oder sich schon zur Flamme entwickelt hat, oder sogar schon zu einem Feuer, nur gut sein.

Warum geht es also den einen gut und den anderen schlecht, obwohl wir in unserem Innersten des selben Ursprungs sind, und dadurch doch alle die selben Voraussetzungen mitbringen?

Jetzt sind wir beim Thema Schicksal, Karma, wiederholte Erdenleben:

Unsere angenehmen oder bedrückenden Lebensumstände zeigen uns, was wir in den vergangenen Erdenleben aus uns, aus den gebotenen Chancen und Aufgaben gemacht haben, ob wir mit den Herausforderungen und Prüfungen fertig geworden sind, oder ob wir versagt haben, mit anderen Menschen nicht achtsam und liebevoll umgegangen sind, sondern sie vielleicht verletzt, ihnen geschadet haben.

Unser gegenwärtiges Schicksal ist das Ergebnis unseres Verhaltens in vergangenen Erdenleben.

oder, in anderen Worten:

Unser Karma in diesem Leben ist die Summe unserer Erfahrungen und Taten in allen unseren bisherigen Inkarnationen.

Der Begriff Karma ist dem Weisheitsgut alter Kulturen Asiens entnommen. Er wird inzwischen so auch im Westen verwendet, weil wir, die wir in unserem Kulturbereich erst anfangen, diese Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen, dafür noch keinen besseren Begriff haben.

Der dem Begriff Karma in etwa entsprechende Begriff Schicksal hat einen Geschmack von Fatalismus: das ist halt mein oder sein Schicksal! Damit muß ich mich abfinden! Nein! Wir müssen uns mit nichts abfinden. Im Gegenteil, jede anstrengende Situation, z.B. die Konfrontation mit einem anderen Menschen, mit einer unangenehmen Situation ist eine Herausforderung, sich mit ihr intensiv und geistesgegenwärtig zu befassen, zu überlegen: was kann ich daraus lernen? Wie verhalte ich mich, damit ich hinterher sagen kann: da ist mir etwas gelungen, ich fühle mich besser (und der andere auch!)?

Mit dem Wissen, dass unsere aktuelle Lebenssituation mit unserem Verhalten zu Menschen und Umwelt in vergangenen Erdenleben - natürlich auch im gegenwärtigen - engstens zusammenhängt, ja dadurch bedingt worden ist, macht das Leben mit all seinen Problemen Sinn.

Weil es bei karmischen Dingen immer um Ausgleich geht, denke ich, dass man im Karma auch einen Ausdruck göttlicher Gerechtigkeit erkennen kann.

Das Karma hat sich tief in die menschliche Seele eingeprägt und ist auch mehr als "die Summe unser bisherigen Erfahrungen". Es ist ein starkes, dynamisches, brennendes, drängendes Streben der Seele nach Ausgleich. Es ist die Sehnsucht der Seele nach einem Wiedererlangen der Harmonie zwischen Ich, Seele und Körper, und zwischen der irdischen und geistigen Welt.


Gutes und schlechtes Karma

Karma kann gut oder schlecht sein, und entsprechend verläuft das gegenwärtige Erdenleben. Es gibt ja auch solche Fälle, wo Menschen in vergangenen Erdenleben mit anderen Menschen und Umwelt weisheitsvoll, konstruktiv, liebevoll umgegangen sind. Dann hat sich der betreffende Mensch "gutes Karma" erworben, was sich in diesem Leben durch angenehme Ereignisse zum Ausdruck bringt, aber auch mit neuen, wichtigen Aufgaben verbunden ist. Denn gutes Karma bedeutet nicht mehr Bequemlichkeit, sondern größere Aufgaben. Wenn der Mensch das, was ihn aufgrund von früheren negativen Verhaltensweisen in diesem Leben belastete und an weiterer Entfaltung bisher hinderte, aufgearbeitet hat, kommen neue Aufgaben, jedesmal ein bisschen schwierigere. Aber wir können aufgrund unserer fortschreitenden Entwicklung ja auch mit schwierigeren Aufgaben immer leichter umgehen.

Übrigens ist, lt. Rudolf Steiner, jede Vision, die wir uns machen, bereits werdendes Karma, d.h. eine Vision, die aus unserem Willen kommt, will in unserer irdischen Welt Realität werden. Deshalb ist es wichtig, welche Visionen wir uns bilden. Eine Vision kann auch sein, wenn jemand sich ständig beklagt, wie schlecht es ihm geht. Wenn etwas Schlimmes passiert, dann immer ihm. Wenn im Umkreis eine Krankheit unterwegs ist, dann bestimmt auf dem Wege zu ihm. Wenn jemand Pech hat, dann ist es immer er. Und da sich jede Vision gleich auf den Weg macht, Wirklichkeit zu werden, geht es ihm dann auch so, wie er es sich vorgestellt hat. Aus dem Gesagten ergibt sich, wie sehr wir darauf achten müssen, dass unsere Visionen auf das Wohl von Mitmenschen und Umwelt gerichtet sind (aber auch auf das eigene ist erlaubt) und dass der Christus in uns dazu ja sagen kann. Dann ist auch mit der Hilfe der geistigen Welt zu rechnen.

Eine Vision hat zunächst einen vorstellungsmäßigen, gedanklichen Charakter. Je stärker wir uns auf eine Vision konzentrieren, und diese Konzentration eine Weile aufrecht erhalten, um so besser. Zusätzlich muss die gedankliche Vision (in Form von deutlichen Bildern) mit warmen, herzlichen Gefühlen durchdrungen werden, als Drittes wird diese Vision mit unseren Willenskräften belebt und losgelassen! Schon ist sie auf dem Weg zur Verwirklichung.


Kann man Glück im Kosmos bestellen?

Es gibt ja eine Reihe von Büchern, vor allem aus Amerika, in denen detailliert beschrieben wird, wie der Mensch seine Wünsche konkret und materiell, vor allem materiell, Wirklichkeit werden lassen kann. Man braucht sich dann nur vorzustellen, in klaren, deutlichen Bildern, dass man reich und gesund ist, und schon lassen Reichtum, Gesundheit, vielleicht auch noch Schönheit, nicht mehr lange auf sich warten. Nur funktioniert das im Allgemeinen nicht. Vielleicht für den Autor des Buches, weil die Leser natürlich schon gerne wissen wollen, wie man reich, gesund und schön wird, und deshalb das Buch kaufen.

Es kann deshalb nicht funktionieren, weil hier egoistische, oberflächliche Wünsche die Vision prägen.

Es ist dabei auch nicht berücksichtigt, dass die gegenwärtige unangenehme Lebenssituation eben das Ergebnis des Verhaltens in früheren Erdenleben ist. Das bedeutet: ein Ausgleich und damit ein schöneres, befriedigenderes, erfüllendes Leben, ist mit persönlicher Mühe, zeitaufwendiger Erkenntnisarbeit und Aufarbeiten der "Altlasten" aus der Vergangenheit verbunden. Besseres Karma, Erfüllung im Leben werden uns nicht geschenkt, können uns gar nicht geschenkt werden, müssen erarbeitet werden, und das ist eben mühsam, oft schmerzlich. Aber diese Mühe lohnt sich!!!


Von Ziel zu Ziel

Wenn wir unsere mühsamen Wege durch Zweifel, Verzweiflung, Not, Zerrissenheit, Chaos, Sinnlosigkeit, Kämpfe (äußere und innere) gegangen sind, sind wir am Ziel: wie haben uns zu einer großen Gemeinschaft von freien, selbstständigen, göttliche Weisheit und Liebe lebenden Menschen entwickelt.

Dieses Ziel ist nicht einer im voraus festgelegten Gruppe von Menschen vorbehalten, es wird ja in manchen Kreisen z.B. von 144.000 gesprochen. Es ist jetzt noch total offen, wer das Ziel erreicht. Es liegt zunächst einmal in der persönlichen freien Entscheidung eines jeden Menschen, ob er vom Ziel überhaupt weiß, und wenn ja, es anstreben will. Mit Egoismus und Überheblichkeit aufgebläht kommen wir nicht durch das bekannte Nadelöhr. Aber es gibt Hilfe in Form von täglichen Übungen auf dem Weg:

Gedankenkontrolle:
Während unseres Wachbewusstseins gehen uns ständig alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Die Übung besteht darin, sich selbst dabei zu beobachten, seine Gedanken zu kontrollieren, und nur solche Gedanken zuzulassen, die auch Sinn machen. Denn: unsere Gedanken führen zu Taten, unsere Taten werden zu Gewohnheiten, unsere Gewohnheiten bestimmen über unser Schicksal. Also fangen wir bei den Gedanken an, uns selbst in den Griff zu kriegen, nach dem Motto: wehret den Anfängen!

Kontrolle unserer Gefühle:
Die drei Seelenkräfte des Menschen wurden bereits erwähnt: das Denken, das Fühlen und das Wollen (oder Tun). In dieser Reihenfolge sollten wir sie auch anwenden: zuerst die Dinge, die uns bewegen, die wir planen, durchdenken, dann in uns lauschen, ob das Sinn macht, und es dann tun. In uns lauschen, in unsere Seele, unseren Herzensbereich, anfangen "mit dem Herzen zu denken". In unserer Seele ist alle Weisheit enthalten, wenn auch oft verborgen. Durch Nachdenken, umfassendes Sich-informieren, holen wir die dunkle Weisheiten ans Licht.

Kontrolle unserer Taten:
Wenn wir also bewusst gedacht und in uns gelauscht und es dann getan haben, kann es nicht schaden, das Ergebnis sorgfältig zu prüfen. Vielleicht kann man es ja das nächste Mal noch besser machen.

Weitere Übungen:
- Ausdauer,
- uns durch die Schwankungen des Seelenlebens in unserem inneren Bestreben nicht beirren lassen,
- Duldsamkeit (Toleranz),
- Gleichmut,
d.h. sich von äußeren Beeinflussungen nicht hin- und her zerren zu lassen

Das ist ein Übungsweg. Der Buddha lehrte ihn bereits. Er ist nicht leicht, denn es macht einen Unterschied, ob man leichtfertig mal etwas daherredet, oder ob man sich vorher gut überlegt, was man sagt, und wie man es sagt. Beim Tun ist es ähnlich. Schnell hat man spontan etwas verkehrt gemacht. Wenn man es geistesgegenwärtig noch korrigieren kann, ist es noch mal gut gegangen.

Wir werden in der Zukunft wieder ein Paradies neu schaffen, aber eben auf einer höheren Stufe, und aus unserem bewussten, freien Willen heraus. Ein uns einst geschenktes Paradies, in dem wir kein Selbstbewusstsein noch Freiheit hatten, mussten wir verlassen, um eben im Laufe einer langen Entwicklung selbständig, frei werden zu können, und nicht etwa, weil wir schlecht und sündig waren, wie man uns weismachen will. Von solchen Minderwertigkeitskomplexen müssen wir uns frei machen. Sünde bedeutet Absonderung, nämlich aus dem Paradies. Wir Menschen wurden aus dem Paradies, das Sinnbild für unsere göttliche Heimat, ausgesondert, "rausgeschmissen" sozusagen, das ist für mich ein durchaus passender Begriff, denn freiwillig gingen wir nicht. Wir konnten gar nicht wollen, weil wir damals noch keinen eigenen Willen hatten, der hat sich erst im Laufe unserer inzwischen zahlreichen Erdenleben gebildet.

Das Ziel, von dem oben gesprochen wurde, ist kein Endziel! Wenn dieses Ziel, die göttliche Liebe weisheitsvoll und bewusst zu leben, erreicht ist, geht es weiter zum nächsten Ziel, auf immer höheren Ebenen. Martinus spricht von Entwicklungsspiralen.

Nun zurück zum Karma, das nicht nur in diesem Beitrag, sondern für unser Leben die denkbar grösste Bedeutung hat, weil das Leben nur auf der Grundlage des Verständnisses der Lebensgesetze verständlich wird und dann Sinn macht und wir dann motiviert sind, die Dinge anzupacken.


Lemuris

Irgendwann einmal, und zwar während der lemurischen Zeit, die der atlantischen voranging, wurden wir göttlichen Iche zu einer ersten Inkarnation auf die Erde geschickt. Die Lemuris war in etwa dort, wo heute der Pazifik ist. Wie lange es schon her ist, dass wir uns zum ersten Mal inkarnierten, ist deshalb schwierig zu sagen, weil während der lemurischen Zeit Erde, Sonne und Mond zunächst noch eins waren. Die Erde war noch heiß, es gab noch keine so deutliche Trennung zwischen fest und wässrig. Der menschliche Körper war noch sehr fein, plastisch, änderte ständig seine Form.


Atlantis

Nach dem Untergang der Lemuris in Feuerkatastrophen, ausgelöst durch die ungehemmten, ungezügelten, unkontrollierten Willenskräfte des Menschen, ging die Menschheitsentwicklung auf der Atlantis weiter. Durch seine Entwicklung und gesammelten Erfahrungen wurde der Mensch in der immer dichter werdenden Materie allmählich selbstbewusster und bildete dadurch sein Ich aus.

Aber auch die Atlantis ging unter, schuld daran waren die von den Menschen immer noch nicht beherrschten Willenskräfte, mit denen die Lebenskräfte in der Natur missbraucht wurden. Es wurde noch sehr viel Magie betrieben, d.h. die Kräfte in der Natur wurden intensiv gehandhabt. Damals waren die großen Magier auch die großen und anerkannten Führer.

Als Atlantier hatten wir noch die Begabung einer natürlichen Hellsichtigkeit, dafür konnten wir noch nicht abstrakt denken. Mit einer Handvoll Bohnen wusste der Atlantier eine Suppe zuzubereiten, zählen konnte er die Bohnen nicht, das war ihm auch egal. Heute können wir sehr gut abstrakt denken, dafür ist uns eine natürliche Hellsichtigkeit verloren gegangen. Allerdings ist sie wieder im Kommen, wir werden zukünftig Hellsichtigkeit mit klarem, abstraktem Denken verbinden. Aktuell landen hellsichtige Menschen oft noch in der Psychiatrie, in Irrenanstalten, weil sie mit ihrer Hellsichtigkeit nicht klar kommen und Menschen um sie herum nicht verstehen, was da abläuft. Auch auf diesem Gebiet ist Aufklärung nötig.

Dass die alte Hellsichtigkeit verloren ging, aber bewusst wieder erobert wird, wird durch das Symbol des Einhorns zum Ausdruck gebracht. Da, wo die Hellsichtigkeit statt findet, auf der Stirn, zwischen den Augenbrauen, mit dem "Dritten Auge", hat das Einhorn sein Horn, d.h. aufgrund der Verdichtungsvorgänge in der Materie ist die Hellsichtigkeit verloren gegangen, eine "Verhornung" des Denkens hat statt gefunden. Das Pferd ist übrigens auch ein Symbol für Intelligenz.

Die Atlantis ging in Wasserfluten unter. Das ist jetzt ca. 10.000 - 12.000 Jahre her. Dieses Ereignis schildert die Bibel als die Sintflut. Auch in anderen Kulturen der Welt ist dieses Ereignis bekannt, auch als Zäsur in der Menschheitsentwicklung.

In atlantischen Zeiten war die Luft noch wässriger als heute, dafür das Wasser dünner. Viel Nebel lag also in der Luft. Erst nach dem Untergang der Atlantis wurde die Luft klarer: zum ersten Mal wurde ein Regenbogen gesichtet, als Zeichen der Versöhnung mit der Gottheit.

Wo lag die Atlantis? Wenn man die verschiedenen vorhandenen Angaben nach Übereinstimmung überprüft, lag die Atlantis zwischen dem heutigen Europa und Nordafrika im Osten, und dem amerikanischen Kontinent im Westen. Die Indios Mittel- und Südamerikas haben die Überlieferung, dass ihre Vorfahren aus einem Kontinent im Osten (also im Atlantik) auswanderten. Die Auswanderung der Atlantier in die verschiedenen Himmelsrichtungen würde auch erklären, warum die Pyramiden Ägyptens und Mittelamerikas sich sehr ähnlich sind, weil sie der selben Kultur entstammen.

Interessant war für mich auch die Entdeckung, dass Ketchuan, die Ursprache der Indios, der finnischen Ursprache sehr ähnlich ist.


Nachatlantische Kulturen

Nach dem Untergang der Atlantis ging die Menschheitsentwicklung in verschiedenen einander folgenden Kulturen weiter: Indien - Persien - Ägypten - römisch-griechischer Raum - unsere Gegenwart. Immer wieder waren wir - alle - in diesen Kulturen inkarniert, um jedesmal viel dazuzulernen. Heute sind wir so weit, dass wir ausreichendes Selbstbewusstsein entwickelt haben und empfinden uns unbestreitbar als Individualitäten. Allerdings haben wir im Laufe unserer Entwicklung auf Kosten unserer Seele (unserem Weiblichem gelebt. Sie ist durch andauerndes Fehlverhalten des Ichs (aus Naivität, nicht aus böser Absicht) sehr beschädigt worden, was sich heutzutage durch weit verbreitete psychische und körperliche Erkrankungen äußert. Das ist eben das, was mit Karma gemeint ist. Erst wenn wir unsere Balance zwischen Ich/Geist - Seele - und physischem Körper wieder hergestellt haben, bzw. zwischen Denken - Fühlen - und Tun, können wir wieder gesund, geheilt = ganz gemacht werden.

In dem Maße, wie es uns Menschen gelingt, unsere eigene Balance wieder herzustellen, geschieht das auch mit unserem Planet Erde. Menschheit in Balance = Natur in Balance, mit wieder ausgeglichenem Klima, gesunden Böden, damit kann uns unsere Erde auch wieder gesunde Nahrung liefern.

Das "Fehlverhalten des Ich" äußerte sich über Jahrtausende in Form eines ausgeprägten Patriarchats. Unter Machtausübung, Manipulation, Kriege, Gewalt aller Art, hat die Menschheit viel gelitten, tut es heute noch. Aber: für die Menschen ist daraus die Erkenntnis gewachsen, dass Entwicklung, Evolution nur möglich ist, wenn Männliches (Wille; Initiative ergreifen) und Weibliches (Weisheit) in Harmonie und Balance sich ergänzen. Gott sei Dank ist die Menschheit jetzt so weit, dass das Bewusstsein darum jetzt um sich greift, in der ganzen Welt setzen sich immer mehr Menschen dafür ein, dass Zusammenarbeit, Brüderlichkeit, Rücksichtnahme die Werte sind, für die einzusetzen es sich lohnt. Wir erleben zur Zeit vor allem im Zusammenhang mit der globalen Weltwirtschaft die Bemühungen der "alten Mächte", ihre Machtansprüche weiterhin durchzusetzen, die Menschen und die Natur weiterhin auszubeuten, aber es sind auch Millionen von Menschen, in NGOs, Nicht-Regierungsorganisationen, sehr aktiv, unsere Welt neu zu gestalten, auf der Basis von Brüderlichkeit und Rücksichtnahme. Das macht sehr viel Mut. Es finden sich jetzt die Menschen, die das anstreben und sich zusammentun, um eine menschengemäße Zukunft zu gestalten. Noch erleben wir in dieser Zeitenwende viel Chaos, aber nur aus dem Chaos, wenn die alten verkrusteten Strukturen zusammenbrechen und sich auflösen, kann Neues, können neue Strukturen entstehen.

Als der Irakkrieg losbrach, konnte Deutschland aus bitterer Erfahrung und somit Überzeugung ausrufen: "nie mehr Krieg!!" Das haben viele Menschen, nicht nur in Europa, gerne zur Kenntnis genommen. Ich bin überzeugt, dass die Deutschen das Zeug dazu haben, für die Welt Wichtiges, Zukunftsweisendes zu schaffen - wenn man uns nur lässt.


Und wie sieht die Zukunft aus?

Wie kann Zukunftsweisendes geschaffen werden? Indem wir uns ein Bewusstsein darüber schaffen, dass wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, indem wir in der Gegenwart die Möglichkeiten nutzen, die Fehler aus der Vergangenheit auszugleichen, indem wir anfangen, mit unseren Mitmenschen, wo auch immer wir ihnen begegnen, in der Familie, im Beruf, in anderen Kreisen, auch Kulturkreisen bewusst verständnisvoll, achtend, helfend, frei lassend, umzugehen. Dazu haben wir täglich Gelegenheit. Unser Engel führt uns unermüdlich in die Situationen und zu den Begegnungen, wo wir das üben können. Durch das dadurch errungene neue Selbstbewusstsein auf der Weisheitsstufe stärken wir unser Ich auf eine entscheidende Weise und entfachen unser inneres göttliches Feuer, was sich dann heilend auf Seele und Körper auswirkt. Heilen hat ja die Bedeutung von Ganzmachen. Die Menschheit wird durch den Heiland, den Christus, wieder ganz gemacht, wird zu einer geheilten Gemeinschaft von freien, liebenden göttlichen Geschwistern.

Nun weiter zum Karma:

Zur Erinnerung: warum musste erst eine feste, materielle Erde zur Verfügung stehen, bevor man uns Iche in die Inkarnationen entsandte? Weil wir nur durch das Erleben der Materie zu einem Selbstbewusstsein kommen können. Weil wir in einem von Materie angefüllten Körper stecken, können wir Menschen einander ein Gegenüber sein, und die Menschen und die Natur um uns herum als getrennt von uns erleben, dadurch Selbstbewusstsein entwickeln. In geistig-seelischen Welten wirbeln alle Wesen in- und durcheinander, da gibt es keine Abgrenzung. Unser errungenes Selbstbewusstsein führt zunächst zu Egoismus, das geht ja nicht anders, wir erwerben uns aber dabei, dank unserer Lebenserfahrungen, Weisheit. Dank der erworbenen Weisheit sind wir dann in der Lage, unseren Egoismus zu erweitern auf unsere Mitmenschen, dadurch wird Brüderlichkeit möglich, wir erleben den Christus nicht mehr nur in uns sondern auch in jedem Mitmenschen. Wir sind dann so weit, dass wir sagen können: liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Dich selbstverständlich zuerst, aber dann auch die anderen.

Im Moment stecken wir noch im Egoismus und Materialismus drinnen. Aber wir ahnen doch schon wenigstens, dass da doch noch mehr, Höheres sein muss. Es kommt Sehnsucht auf.

Das wahre Ich des Menschen ist kreativ, schöpferisch, voller Liebe und Tatendrang. Solange dieser Tatendrang nicht von einer weisheitsvollen Seele gelenkt, gesteuert wird, kann er außer Kontrolle geraten. Der zwar liebevolle aber naive, mit unkontrolliertem Tatendrang erfüllte Mensch macht Fehler über Fehler. So ging es uns gleich von Anfang an. Und so haben wir uns aus Dummheit, Naivität in vielen Leben viel schlechtes Karma aufgeladen, an dem wir heute noch zu knabbern haben.

Aber die Entwicklung musste so sein. Nur durch das Sammeln von vielen Erfahrungen, so schmerzlich sie sich heute noch auf uns auswirken, konnten wir uns unsere Selbstständigkeit erringen.

Ob das, was das Ich aus Tatendrang und Liebe macht, sinnvoll ist, hängt also vom mehr oder weniger weisheitsvollen Zustand der Seele ab. Die Substanz unserer Seele, unserer Gefühlswelt, der Bereich unserer Emotionen, stammt aus den Sternenwelten, den "astralen" Welten, daher auch der Begriff "Astralleib". Die Sternenwelten sind von Tierkräften durchzogen. Was ja zunächst erstaunlich ist, denn Tierkräfte werden leicht etwas geringschätzig beurteilt. Aber wenn wir uns einmal aufmerksam einen Bienenstock oder die Welt eines Ameisenhaufens anschauen, entdecken wir unendliche Weisheit. Ähnlich auch bei anderen Tieren. Was spielt sich alleine Großartiges ab, wenn aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Können wir Menschen das mit unserer bisher erworbenen Weisheit schon erfassen oder nachvollziehen? Durch die Beobachtung des weisheitsvollen Verhaltens der Tiere können wir auf jeden Fall noch viel lernen. Wenn wir sie töten und sezieren, machen wir uns lediglich an ihnen schuldig, lernen tun wir dabei nichts.

Überhaupt können und sollen wir durch das Beobachten der Natur lernen. In der Natur, ihren Formen, Farben, Strukturen, Lebensprozessen, sind die Gedanken Gottes vor uns ausgebreitet. Jede Pflanze ist ein Wunderwerk, jeder Kristall, Edelstein ebenso.


Tierkräfte im Menschen

Um unser Sonnensystem herum erblicken wir nachts, wenn der Sternenhimmel klar ist, den Tierkeis. Aus dem Begriff Tierkreis geht hervor, dass wir es auch hier mit Tierkräften zu tun haben. Wie weisheitsvoll diese Tierkräfte sind, erkennen wir daran, dass aus ihnen ja der menschliche Körper während der Embryonalzeit gebildet wird. Diese Kräfte strahlen von hochentwickelten geistigen Hierarchien aus.

Es ist eine Aufgabe des Menschen, diese Tierkräfte auf eine menschengemässe Stufe zu heben. Diese Entwicklung ist Inhalt unserer Märchen. Der Königssohn, also das Ich, muß den Drachen überwinden, das sind die Tierkräfte unserer Seele, um die Königstochter, das ist die Seele, zu retten und sie zur Königin zu machen. Das ist die Menschenseele auf der hohen Weisheitsstufe, die Sophia-Maria.


Lilith - die Wüste

In alten Überlieferungen heißt es, dass Lilith Adam's erste Frau war. Sie war wild und brannte mit Dämonen durch, denen sie viele Kinder gebar, die sie aber selbst auffraß! Wir haben hier viel Symbolik. Lilith repräsentiert die kosmische (weibliche) Weisheit auf der Tierstufe, eine dunkle, triebhaft und instinktiv gelebte Weisheit. Auf der Stufe dieser dunklen, triebhaft und instinktiv gelebten Weisheit haben wir Menschen unsere irdischen Inkarnationen angefangen, viele bittere Erfahrungen machen müssen, uns viel schlechtes Karma und damit viele heftige Probleme für die weiteren Inkarnationen geschaffen (das ist gemeint, wenn es heißt "Lilith fraß ihre eigenen Kinder", nämlich ihre eigene Zukunft).

Das ist der Sinn der Evolution: die Entwicklung der kosmischen Weisheit von der dunklen, triebhaften Tierstufe auf die klare, liebevolle, achtende Menschheitsstufe!!


Noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu dem Sinn von wiederholten Erdenleben:

Das Ich inkarniert sich, um selbstständig, frei zu werden. Das geschieht dadurch, daß es im Laufe von zahlreichen Inkarnationen viele Erfahrungen macht.

Jede Inkarnation ist anders, weil viele verschiedene Erfahrungen gemacht werden müssen. So ist jeder Mensch mal als Mann, mal als Frau inkarniert, hat mal eine schwarze oder braune oder gelbe oder weiße Hautfarbe, hat in unterschiedlichen Kulturen/Völkern jedesmal andere Erlebnisse.

Wenn wir uns abwechselnd als Mann oder Frau inkarnieren, hat das den Vorteil, dass sich Männer und Frauen im Laufe der Entwicklung immer besser verstehen! Wie schön!

Daher: Menschen anderer Kulturen, Hautfarbe usw. negativ zu beurteilen, ist nicht nur dumm sondern auch nicht objektiv. Andere Menschen, wo auch immer inkarniert, sind nicht besser oder schlechter, sondern anders, weil sie andere Erfahrungen machen. Kein Mensch ist mehr oder weniger wert als andere Menschen. Außerdem waren wir alle mal im Laufe unserer zahlreichen Erdenleben schwarz, braun, usw. Nächstes Mal wird jeder von uns in der Kultur inkarniert sein, wo er das lernen kann, was ihm noch fehlt. Nicht zuletzt macht mit uns Menschen ja auch die Gottheit selbst eine Entwicklung durch, die in jeder Menschenseele anwesend ist, und sich durch den Menschen manifestiert.


Zur Rassenfrage

Gegner von Rudolf Steiner behaupten, dass er sich rassistisch geäußert habe. Dass solche Aussagen gemacht werden, wundert mich sehr. Denn zwar hat Rudolf Steiner dargestellt, wie sich die Menschheit über unterschiedliche Rassen, durch die inzwischen jedes Ich hindurch gegangen ist, entwickelt und entfaltet hat. Aber mit dem Christus in seiner Seele trägt heute jeder Mensch seinen göttlichen Ursprung in sich. Das Göttliche ist nicht mehr draußen und strahlt in den Menschen hinein, sondern es ist im Menschen drinnen und strahlt von dort aus nach außen (so weit der einzelne Mensch sein Göttliches in sich zulässt und zu leben bereit ist. Er muss das nicht, er wird da frei gelassen). Dadurch wird in Zukunft, die bereits begonnen hat, irgendeine Rassenzugehörigkeit keine Bedeutung mehr haben. Sie hatte in der Vergangenheit einen Sinn, jetzt und in Zukunft nicht mehr! Jeder Mensch bringt in Zukunft seine innere Einstellung, seine Seelenqualitäten durch seine äußere Physiognomie zum Ausdruck, die also ein Abbild seines Innenlebens ist.


Blamieren wir uns!

Durch viele unterschiedliche Erfahrungen/Erlebnisse, die in jeder Kultur, in jedem Zeitalter, andere sind, baut sich der Mensch allmählich ein reiches Seelenleben auf. Wer viel ausprobiert, macht (zunächst) viele Fehler, gewinnt aber dadurch einen reichen Erfahrungsschatz, dieser wandelt sich um in Weisheit, je mehr Weisheit durch Erfahrung gesammelt wird, um so mehr nehmen auch die Fehler im Laufe der Zeit ab. Ein chinesisches Sprichwort sagt:

Wer Angst davor hat, sich zu blamieren, und deshalb eine dumme Frage nicht stellt, bleibt ein Narr sein Leben lang. Wer eine dumme Frage stellt, blamiert sich vielleicht für einen Moment, weiß es dann aber für die Zukunft.

Das Ertragen von Schmerz führt zur Stärkung des Ichs, das Leiden zu seiner Reifung. Erduldetes Leid ergibt moralische Kraft. - In dem Maße, wie der Mensch von seinem Ich aus seinen Astralleib (Seelenleib) und damit seine Gedanken und Gefühle unter Kontrolle bekommt, kann er Schwächen und Krankheiten überwinden. So, wie er wachbewußt denkt und handelt, schöpferisch tätig ist, Aufgaben und Verantwortung übernimmt, Initiative ergreift, also aus seinem Ich heraus hohe moralische Qualitäten aufbaut, so bereitet er bereits jetzt in diesem Erdenleben seine Lebensumstände und Schicksalsbedingungen in zukünftigen Erdenleben vor (die aber auch im gegenwärtigen Erdenleben sich schon auswirken).


Unser Engel führt uns durch unser Schicksal

Mit wem man Karma auszutragen hat, sagt einem kein Herumwühlen in Seelentiefen, sondern: der Engel/das Schicksal führt uns zu den Menschen, mit denen wir etwas oder vieles zu erledigen oder auch vorzubereiten haben. Das beginnt bereits mit der Geburt, die Mitglieder unserer Familie kennen wir aus alten Zeiten.

Karma hat aber nicht nur mit der Vergangenheit zu tun, sondern auch mit dem Vorbereiten von zukünftigen Entwicklungen. Sobald unser Engel uns zu einer beabsichtigten Begegnung geführt hat, lässt er uns frei. Wie wir dann die Situation handhaben, was wir einander sagen, was wir miteinander machen, wird sich aus dem ergeben, wie wir intuitiv, geistesgegenwärtig sein können. Kein Engel, keine Macht, kein Gott trifft für uns Entscheidungen von außen, das kann, das muss sogar heute jeder Mensch nur für sich ganz alleine tun. "Wenn Du es tust, dann tut es Gott", sagt ein Sprichwort. Unsere Hände sind Gottes Hände, er hat keine anderen.

Wie fangen wir es an, zu erkennen, was aus unserer Vergangenheit in unser gegenwärtiges Leben herein wirkt, was kann ich an mir selbst beobachten, was mir erste Hinweise liefern kann?

An dem, was der Mensch an sittlichen Impulsen in sich trägt, gute und schlechte, lernt er sein vergangenes Karma kennen.


Der rote Faden in unserem Seelengewand

Die sittlichen Impulse ziehen sich wie ein roter Faden durch's Leben. Sie zogen sich als roter Faden bereits durch vergangene Leben. Wie kann man den roten Faden erkennen? Indem man sich fragt:

- wie verhalte ich mich - immer wieder, oder auf auffallend ähnliche Weise - in bestimmten, oft sich wiederholenden Situationen im Leben?
- was ist typisch für mich? in welchen Situationen sagt man mir: "Das bist typisch Du!"


Bewußte Überwindung von Leiden, Entbehrungen und Schmerzen aufgrund von hoher Moral haben u.a. Schönheit zum Ergebnis. Wir sollten aber nicht leiden und entbehren und Schmerzen ertragen, nur, um einmal schön zu sein! Das darf ja eigentlich nicht die Hauptmotivation sein! Genau so wenig, wie wir uns nicht ausschließlich deshalb bemühen sollten, liebevoll zu sein, nur um uns gutes Karma zu erwerben, sondern weil wir einfach liebevoll sein wollen. Letzteres ist aber erst möglich, wenn wir unseren Egoismus erkannt und umgewandelt haben.


Wer ist besser, der Deutsche oder der Türke?

Einige Beispiele aus Rudolf Steiner's Karmahinweisen:

Angenommen, ein Mensch hasst einen Angehörigen eines anderes Volkes. Was kann ihm passieren? Dass er in seinem nächsten Leben selbst in dieses Volk, das er hasste, hineingeboren wird. Selbstverständlich nicht als Strafe, Strafen gibt es in der geistigen Welt nicht, nur Ausgleich. Sondern, um als Angehöriger dieses Volkes zu der Erkenntnis zu gelangen: Als Deutscher / Türke / Franzose / usw. bin ich ja ein Mensch wie andere auch! In diesem Leben als ... mache ich Erfahrungen, die ich noch brauche, und die ich nur in diesem Volk / in dieser Kultur machen kann. So ist also jeder Mensch gleichwertig, wenn auch seine Seele aufgrund anderer Erfahrungen andere Farben hat. Aber das macht die Menschheit doch interessant, dass sich jeder Mensch zu einer Welt für sich entwickelt, und wir insgesamt ein abwechslungsreiches, buntes, vielfältiges Universum bilden, in dem wir uns schätzen, austauschen, unterstützen ...


Einmal Sklaventreiber - immer Sklaventreiber?

Von Pestalozzi, dem berühmten Schweizer Pädagogen, wird gesagt, dass er in einem früheren Leben Sklaventreiber in Rom war. Mit seinen einstigen Sklaven war er jetzt wieder zusammen, als ihr Lehrer! Und konnte auf diese Weise vergangenes Fehlverhalten ausgleichen, indem er den jungen Menschen in seiner Klasse viel Wichtiges fürs Leben beibringen und ihnen damit zu Ihrer Entwicklung weiterhelfen konnte. - Interessant an dieser Art des Ausgleichs ist, dass nicht unbedingt Gleiches mit Gleichem vergolten wird, dass also Sklaven treiben nicht mit selbst als Sklave getrieben werden ausgeglichen werden muß, sondern dass der Ausgleich durch konstruktives Verhalten erfolgen kann!


Wie kann ein Judas mit seinem Karma fertig werden?

Dass sich der Judas des Neuen Testamentes durch den Verrat am Christus Jesus übles Karma eingehandelt haben muß, ist ja wohl offensichtlich. Von ihm sagt Rudolf Steiner, dass er in einem folgenden Leben in Rom durch seinen Einfluß aufgrund einer hohen Stellung und seine Bemühungen dem Christentum ganz wesentlich auf die Sprünge helfen konnte. Auch hier erfolgte ein Ausgleich durch positives, konstruktives Verhalten.


* * *


Unser geistig-seelisches Verhalten wirkt sich bis in die Körperlichkeit aus, wodurch wir es also selbst in der Hand haben, welche seelische und körperliche Verfassung wir uns für die Zukunft vorbereiten.

Aber nicht immer ist eine Lebenssituation altem Karma zuzuschreiben. Im Falle eines behinderten Menschen wäre es nicht nur zu oberflächlich, sondern auch kalt und lieblos, zu sagen: da wird eben Karma ausgeglichen. Es kann nämlich auch sein, dass dieser Mensch die Behinderung bewusst auf sich genommen hat im Interesse der Menschen in seiner Familie. Für diese ist die Tatsache, dass ein Mitglied in der Familie behindert ist, oft ein größeres Problem als für den Behinderten selber. Behinderte, es kommt natürlich auf die Behinderung an, sind oft die Glücklicheren in der Familie. Dieses Opfer, nämlich sich ein Leben lang nicht entfalten zu können, wie die anderen es dürfen, hat ein "Behinderter" vielleicht auf sich genommen, damit die anderen etwas lernen können, was für sie wichtig ist. Ein Opfer - aus Liebe!

Liebefähig zu werden, ist unser Ziel. Wir dürfen täglich daran arbeiten. Oft sind die Situationen nicht leicht zu durchschauen. Im Lichte des Karmas betrachtet, wird jedoch so manches klarer.

Aufgrund der unzähligen verschiedenen Erfahrungen in vergangenen Leben sind auch die Möglichkeiten, altes Karma zu erleben und aufzuarbeiten, vielfältig und vielschichtig. Die gegebenen Beispiele können auch nur einen ersten Hinweis geben und sollen als Anregung zu weiterer individueller Arbeit mit diesem Thema dienen.


Nun noch ein paar weitere Beispiele über Karmawirkungen:

In der menschlichen Entwicklung kreuzen sich das Karma einzelner Individualitäten und das Karma der ganzen Menschheit. -

Für gewisse Ausgleichungen des Karmas ist das Zurückkehren in den physischen Leib deshalb notwendig, weil begangene Irrtümer in der geistigen Welt wohl erkannt, nicht aber geändert werden können. -

Das Nichtwissen ändert nichts am Karma. -

Leid ist die Quelle der Weisheit. -

In bezug auf unsere früheren Taten sind wir im jetzigen Leben Sklaven der Vergangenheit; aber wir sind Herren der Zukunft, weil es von unseren Taten der Gegenwart abhängt, wie sich unsere Zukunft gestaltet. -

Menschen, die bei einer Naturkatastrophe gemeinsam zugrunde gehen, werden durch das gemeinsame Schicksal stark, um später Gemeinsames in der Welt zu unternehmen (die geistige Gesinnung wird verursacht durch die Art des Todes). -

Das Einzelkarma des Menschen kann von einem anderen oder einer Gemeinde abgenommen werden. -

"Ende des 20. Jahrhunderts wird der Christus Herr des Karma werden." -

Das Ertragenlernen vom Karma ist in der Entwicklung des Menschen notwendig, um die Weisheit entgegennehmen zu können, die dem Menschen von geistigen Wesenheiten entgegenströmt. -

Durch innere Entwicklung gelangt der Mensch dahin, in einem höheren Bewußtsein zu erkennen, daß die Erdenschicksale von unserer Seele ersehnt und, entgegen den Wünschen des gewöhnlichen Bewußtseins, herbeigeführt werden. -

Das Schicksal des einzelnen Menschen wird im Kleinen und Großen von dem Höheren Selbst aus dem Geistgebiet heraus inspiriert. Im Geistgebiet erkennt man, daß jedes Schicksalserlebnis zu einem gehört wie ein Glied des Körpers. -

Was im Gefühl und Willen des Menschen unbewußt lebt, gleichsam ungeboren in ihm ist, ist "werdendes Karma". Es bleibt ihm unbewußt, weil er sich sonst dagegen wehren würde, es auszugleichen. -

Die Folgen (der Sünden) für uns selbst können wir durch unser Karma ausgleichen; die Schädigung, die wir durch unsere Sünde der Erdenentwicklung zugefügt haben, können wir nicht ausgleichen. Sie wird nur dadurch ausgeglichen, daß der Christus sie tilgt (= -> Gnade). -

Das Karma ist im Astralleib (Seelenleib) eingeprägt. Daher kann es durchaus wichtig sein, wenn wir in einer neuen, unbekannten Situation in unsere Seele, unsere Gefühlswelt lauschen: was sagt sie uns? Habe ich ein gutes Gefühl dabei, oder doch eher nicht? Und im Zweifelsfalle: lieber nein!

Bei diesen Beispielen will ich es auch belassen, es gibt umfangreiche Literatur zu diesem Thema.


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Alte und neue Hellsichtigkeit

In früheren Jahrtausenden, als die Menschen ihren Intellekt noch nicht oder erst wenig entwickelt hatten, waren sie statt dessen noch hellsichtig. Das heisst, dass sie sowohl ihre irdisch-materielle Welt wahrnahmen (zunächst weniger, dann allmählich mehr) und außerdem die sie umgebende geistige Welt mit all den Natur- oder Elementarwesen, den Engeln, usw. Das war eine Zeit, als die Menschen die Engel als Götter empfanden. Wenn also in alten Kulturen von Göttern gesprochen wurde, meinte man damit nicht, dass es neben der im Kosmos ausgebreiteten göttlichen Trinität noch weitere, vergleichbare Götter gäbe, sondern man bezeichnete damit die Engel, bzw. Engel-Hierarchien (vom Engel, über die Erzengel bis zu Cherubim und Seraphim).

Im Laufe seiner Erdenleben entwickelte der Mensch immer mehr seinen Intellekt, sein abstraktes klares Denken. Das ging auf Kosten der Wahrnehmung der geistigen Welt. Naturwesen und Engel lebten immer mehr nur noch in der Erinnerung. Märchen und Sagen der Völker erinnern noch daran (Märchen von Zwergen, Gnomen, Riesen, Trollen, usw.) Aber die Zeiten ändern sich bereits wieder. Das Hellsehen, jetzt auf einer neuen, bewussten Stufe, kommt wieder. Viele Menschen kennen das schon, weil sie es bereits erleben. Sie erleben, spontan oder aufgrund von Übungen, z.B. Meditation, wie in ihnen Bilder auftauchen. Das können ganz unterschiedliche Bilder sein, deren Herkunft auch nicht immer ganz klar ist. Deshalb muß man sehr aufpassen, was da mit einem geschieht und sich informieren, sich damit befassen. Es gibt inzwischen viele Menschen, die über jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich verfügen und auch darüber geschrieben haben. Dadurch steht Literatur über


Rückführungen in vergangene Erdenleben

heutzutage jedem zur Verfügung. Wer sich Klarheit über seine vergangenen Leben verschaffen will, weil entweder solche Bilder in ihm/ihr aufsteigen oder psychische und damit verbunden körperliche Probleme unerträglich werden, kann durch Rückführungen zu durchaus wichtigen, seine Probleme erleuchtenden Erkenntnissen kommen. Das wiederholte Erleben von Situationen in früheren Erdenleben ist meistens mit starken, dramatischen Gefühlserlebnissen und -ausbrüchen verbunden. Es handelt sich ja oft um Mord und Totschlag, Kriegsereignisse, Missbrauch, Kränkungen, Verletzungen, die sich in der Vergangenheit abspielten. Wenn man sich überlegt, was sich in der Menschheit schon alles im Laufe der langen Geschichte Übles abgespielt hat, kann es einem bei dem Gedanken, was sich eventuell jeder von uns schon alles eingebrockt hat, ja fast schlecht werden. Wenn diese während der Rückführung nun wiederholt erlebten Situationen nicht durch einen therapeutisch erfahrenen und begabten Rückführer ausreichend aufgearbeitet werden, wenn man den durch die Bilder und Situationen aufgewühlten Menschen mit den wieder aufgebrochenen seelischen Wunden alleine lässt, können sich die psychischen Probleme sogar noch verschlimmern. Deshalb gilt auch hier: sich nicht blind jemandem anvertrauen, sondern sich vorher vergewissern, ob das Vertrauen berechtigt ist, sich darüber informieren, was abläuft und sich rechtzeitig darauf vorbereiten, was in kritischen Situation zu tun ist. Und vor allem: sich bei allem, was abläuft, als das beobachtende Höhere Ich wissen, durch dieses Sich-Distanzieren ist es möglich, den für eine hilfreiche Erkenntnis und den damit einsetzenden Heilungsvorgang nötigen Abstand zu gewinnen (Ähnliches gilt für die systemischen Aufstellungen nach Bert Hellinger).

Dass karmische Erinnerungen, das Auftauchen von Erlebnissen aus vergangenen Leben eine Tatsache sind, ist inzwischen immer mehr unbestritten. Die Kunst und Herausforderung ist, damit sinnvoll umzugehen, damit dem Menschen, der Hilfe benötigt auch wirklich geholfen wird. Ihn in eine psychiatrische Anstalt zu stecken und als Irren zu bezeichnen, ist ja wohl keine Lösung, passiert aber immer noch.

Was immer hilft, um altes, uns niederziehendes Karma zu lösen, ob wir uns Rückführungen unterziehen, Familienaufstellungen machen, oder nicht, ist das, was als einen roten Faden die VITASOPHIE-Artikel durchzieht, worauf immer wieder hingewiesen wird:

Bei fast allen Menschen, mit denen wir zu tun haben, ob in Familie, im Beruf, usw. können wir davon ausgehen, dass wir mit ihnen in vergangenen Leben bereits zu tun hatten. Das bedeutet: wenn wir mit allen unseren Mitmenschen verständnisvoll, helfend, vorurteilsfrei, kooperativ umgehen, auch und vor allem mit denen, die uns vielleicht nicht so sympathisch sind wie andere, die wir in unser Herz geschlossen haben, dann lösen sich durch unser Verhalten auf jeden Fall die Knoten aus der Vergangenheit! Durch diese innere Einstellung, mit dem Christus in uns ("dem Herrn des Karma"), der in uns die lebendigen, von Liebe getragenen heilenden Ströme auslöst, heilen wir unsere alten Verbindungen mit den Menschen, mit denen wir zusammen in vergangenen Zeiten aus Unwissenheit und Naivität Dummheiten angestellt haben, die wir vielleicht lieblos behandelt und sie dadurch verletzt haben. Hier kann uns die Gewissheit ein großer Trost sein:

Es ist noch längst nicht alles verloren. Im Gegenteil: zwar ist es mühsam, uns von unseren Altlasten frei zu machen, aber: die Menschheit und unsere Erde können wieder geheilt werden, wenn wir Menschen es wollen und diesen Willen ab sofort in die Tat umsetzen. Die Mittel und Ressourcen sind vorhanden, sie werden nur zur Zeit global falsch eingesetzt und missbraucht. Wir müssen wach werden und da rütteln, wo wir was ändern können. Jeder an seinem Ort kann seine kleinen Schritte in diese Richtung tun.

Es ist besser, kleine Schritte zu tun, als von großen zu träumen

Beginnen wir also mit den kleinen Schritten, zunächst vielleicht unauffällig, weil man sie uns nicht zutraut und uns deshalb nicht beachtet. Um so besser. Wenn dann eines Tages das Großkotzige zusammenfällt, ist von unten her schon die Zukunft vorbereitet. So wie unter Schnee und Eis bereits die Knospen an Sträuchern und Bäumen auf den Frühling warten, um sich dann in der Wärme der Frühlingssonne zu entfalten, wird sich die Menschheit mit der Wärme der Christus-Liebe in den Herzen auf einer neuen Stufe entfalten.

Das war jetzt etwas poetisch, dieses Bild ist für mich so in der Lebenspraxis aber zutreffend.

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Das Schönste, was es in der Welt gibt, ist ein leuchtendes Gesicht.
Albert Einstein


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Mit Mühen und Beschwerden wird man allein fertig.
Aber die Freude muß man teilen.
Henrik Ibsen


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Freude ist eine Liebeserklärung an das Leben.
A.L. Balling


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Eine Bitte möchte Gott ich sagen:
laß mich, Herr, in all den neuen Tagen
Zeit haben - für Dich,
Zeit haben - für mich,
Zeit haben - für all' die andern,
die mit mir des Weges wandern!


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Liebe ist der Weg Gottes zu den Menschen und der Weg des Menschen zu Gott.
Joh. v. Kastl


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Liebe ist Gnad', Lieblosigkeit ist Tod.
Ebner-Eschenbach


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Nehmen füllt die Hände, Geben füllt das Herz.
M. Seemann


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Hinunter die Pfade des Lebens gedreht
pausiert nicht, ich bitt Euch, so lang es noch geht.
Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz,
Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.
Friedrich von Hardenberg/Novalis


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Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt;
und den du nicht genutzt, den hast du nicht gelebt.
Rückert


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Wahre Erkenntnis führt zu tiefer Liebe.


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Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.


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Die nackte Wahrheit ist besser als die vergoldete Lüge.


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In der Welt ist es dunkel, leuchten müssen wir; du in deiner Ecke, ich in meiner hier.
Dierkes


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Das, was du wirklich liebst, du kannst es nie vergessen. Was du verloren gibst, du hast es nie besessen.
M. Boersner


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Früchte reifen an der Sonne, Menschen durch die Liebe


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Die Liebe ist Flut und Glut.
Kann sie dein Herz entzünden, so löscht sie Gottes Zorn und brennt hinweg die Sünden.
Silesius


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Wenn du etwas liebst, lass es los.
Kehr es zu dir zurück, ist es dein!
Bleibt es von dir fern,
hat es nicht zu dir gehört.


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