VITASOPHIE

Die Mistel und das Geheimnis ihrer Heilkraft

Signatur der Mistel

Die europäische Mistel verhält sich im Vergleich zu ihrer Verwandtschaft in Afrika und Australien eher bescheiden. Sie saugt ihren Wirtsbaum nicht aus (wie das die genannte Verwandtschaft tut), sondern verwendet nur zwischen 23 und 43 Prozent der Kohlehydrate und Aminosäuren, die sie dem Wirtsbaum entzieht, für sich. Den Rest "zwischenspeichert" sie (Wasser mit den darin gelösten Mineralstoffen des Bodens + organische Substanzen).

Wenn man sich den langsamen Wuchs über viele Jahre (pro Jahr nur ein Blattpaar) und die geringe Differenzierung der Pflanze anschaut, erkennt man darin ein Hemmprinzip. Ein Prinzip, das bei der Hemmung des Tumors Anwendung findet.

Die charakteristische Kugelgestalt der Mistel zeigt, dass sie sich der Gestalt des Wirtsbaumes nicht angleicht, sie integriert sich nicht, wie auch der Tumor sich nicht dem Körper des Menschen anpassen und sich nicht darin integrieren will.

Wenn man mit einem Blick für Signaturen auf die Wirtsbäume der Mistel schaut, ist es höchst interessant zu bemerken, dass die Mistel, die bei für Frauen typische Krebsformen Verwendung findet, auf Apfelbäumen gedeiht, die bei Krebserkrankungen bei Männern verwendete Mistel dagegen wächst auf Eichen.


Will sich nicht anpassen

Es gibt Mistelarten in anderen Teilen der Welt, die sich sogar in Blattform und Blüte usw. ganz dem Wirtsbaum anpassen, dessen Identität und Wesen ganz übernehmen. Nicht so die europäische Viscum. Die Mistel hat ihren Ursprung auf dem Alten Mond, dem Vorgänger der Erde, als die menschliche Gestalt, die sich in der aktuellen Entwicklungsperiode der Erde und Menschheit von der Umgebung, der Natur differenziert, noch nicht in einer vergleichbaren Form existierte. So ignoriert auch der Tumor seinen Zusammenhang mit der menschlichen Organisation.


Menschen und Bäume sind Verwandte

Der Mistel fehlt die Fähigkeit zur Aufrichtung, wie sie dagegen gerade für einen Baum charakteristisch ist. Die Fähigkeit des Baumes, sich in die Höhe zu entwickeln und zu entfalten, macht ihn dem Menschen ähnlich. Dazu gehört schon eine Art Ich-Kraft. Ein schöner alter Baum, der genug Platz zu seiner Entfaltung hatte, ist etwas, was auf uns Menschen einen großartigen, sogar gewaltigen Eindruck macht. Wir fühlen uns mit Bäumen sehr verbunden.

Über die Beziehungen und Erlebnisse zwischen Bäumen und Menschen gibt es viele wunderschöne Geschichten. Baumkulte, Baumverehrung, individuelle Namengebungen waren im Laufe der Geschichte immer ein wichtiges, die Menschen tief berührendes Thema. Unter Linden wurden Gerichte abgehalten. Menschen, die sich mit einem Baum besonders verbinden, beziehen von ihm Lebenskräfte. Es gibt Menschen, die, mit einer gewissen Hellsichtigkeit begabt, die Baumwesen sogar als individuelle, lebendige, mit Intelligenz und klarem Bewusstsein ausgestattete elementar-geistige Persönlichkeiten erleben.

Genauso wie der Mensch ist auch ein alter, mächtiger Baum geprägt von Kämpfen mit den Gewalten in seiner Umgebung.


Aufrichtigkeit macht gesund

Das Aufrichten, die Aufrichtung, Aufrichtigkeit machen den Menschen erst zum Menschen. Sind das die Kräfte, die der Baum dem Menschen zur Heilung schenkt? Ja, wenn der Mensch wieder zu sich - "zu seinem Ich" - findet, kann er den Parasiten - den Tumor - los werden.

Das gilt auch für andere "Parasiten" in anderen Lebensbereichen. Das können Parasiten in menschlicher Gestalt sein, die versuchen, dem Menschen seine Aufrichtung und Aufrichtigkeit zu nehmen, die ihn dazu zwingen, dass er sich beugt: den widrigen Umständen, den Zwängen im Leben.


Krankheiten als Spiegel der Seele

Diese Zwänge, oft verbunden mit Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Aussichtslosigkeit, bedrücken den Menschen, machen ihn mutlos. Ein mutloser Mensch geht bedrückt daher. Die Ichkraft, die dem Menschen seinen aufrechten Gang ermöglicht, zieht sich angesichts zu großer Probleme zurück. Das spielt sich auf seelischer Ebene ab. Und so ist es bei fast allen Erkrankungen. Sie beginnen in der Psyche, der Seele, wirken sich dann auf die Ebene der Lebenskräfte, der Vitalität aus und manifestieren sich schließlich auf physischer Ebene in Form von Erkrankungen unserer Organe. Daher widerspiegeln uns Krankheiten immer unseren seelischen Zustand. Wenn wir Krankheitssymptome abschaffen, unterdrücken, zerstören wir den Spiegel. Die Krankheit kommt wieder, oft in anderer Form. Dadurch wird es für einen Arzt auch immer schwieriger, die Originalursache einer Erkrankung festzustellen.

Wenn einem das, was man im Spiegel sieht, nicht gefällt, kann der Spiegel nichts dafür. Ihm die Schuld zuzuschieben und ihn zu zerstören, ist daher sinnlos, da muss man sich schon die Mühe machen, das, was uns der Spiegel enthüllt, zu verändern.

Beispiele: wenn jemand ständig unter Kopfschmerzen leidet, sollte er in sich gehen und prüfen, worüber er sich ständig "den Kopf zerbricht", und hier, bei der Ursache, ansetzen. Oder: was kann jemand seelisch nicht verdauen, was ihm körperlich Magenschmerzen bereitet. Oder: was kann man seelisch nicht loslassen, wovon kann man sich nicht trennen, oder abgrenzen, worauf Hautprobleme hinweisen.


Panta Rhei - schön wär's!

Bei einem krebskranken Menschen ist das eben nicht mehr der Fall. Bei dem Tumor liegt eine Verhärtung des Organgewebes vor. Gibt es Verhärtungen auf seelischer Ebene? Die Frage ist leicht zu beantworten, denn solche Verhärtungen kennt jeder: das können Dogmen sein, auch religiöser Art; Vorschriften Machen und jede Art von Beherrschen Wollen (auch zwischen Lebenspartnern); Traditionen, die fortgesetzt werden müssen; starres, unnachgiebiges Festhalten an einmal getroffenen Entscheidungen; Standpunkte, die nicht in Frage gestellt werden (dürfen). Wenn es auf seelischer Ebene also nicht fließt und schwingt, erstarrt auch der Körper.

Der holländische anthroposophische Arzt Dr. Mees sagte einmal: "Krebs ist nicht gelachtes Lachen, nicht geweinte Tränen". Depressionen stehen oft im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung. Depressionen sind u.a. das Ergebnis von jahrelang unterdrückten Emotionen, Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühlen. Was der betroffene Mensch dann braucht, sind weder Chemie noch Todesstrahlen, sondern Wärme (Herzenswärme), die Strahlen/das Licht der Sonne, Ermutigung (Mut ist ja ebenfalls eine Herzenskraft), Zuwendung, Interesse. Die Gefühlswelt muss wieder hergestellt und stabilisiert werden. Unsere Gefühlswelt ist das Reich der Seele, die Mitte des Menschen. Nur eine gestärkte Mitte, eine selbstbewusste und (wieder) vertrauensvolle, wieder schwingende Seele kann die Grundlage für eine Heilung sein.

Erste Hilfe ist möglich

Wie kann man einem krebskranken Menschen spontan erste Hilfe leisten? Indem man ihm Mut macht, aufrichtiges Interesse an ihm zeigt, ihn seelisch-geistig stützt, ihm aufrichtige Gefühle entgegenbringt. Was absolut nicht sein darf, ist, jemandem auch noch Vorwürfe zu machen. Auch mit weisen Ratschlägen muss man eher vorsichtig sein. Für jemanden da sein kann man auch auf stille Weise.

Hilfe auf seelisch-geistiger Ebene ist ein Teil jeder Therapie. Den Heilungsvorgang muss man aber auch auf körperliche Ebene genauso unterstützen. Bei der Krebstherapie kann die Mistel eine solche Hilfe leisten.


Es gibt kein Patentrezept

Zwischenbemerkung: da jeder Mensch ein Individuum ist, jeder Mensch anders geartet ist, gibt es auch immer viele Therapie-Möglichkeiten. Was bei dem einen Menschen Wunder bewirkt, spricht einen anderen Menschen vielleicht gar nicht an. Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur ist also ebenfalls ganz individuell zu erforschen bzw. auszuprobieren. Herauszufinden, was für den einzelnen Patienten richtig ist, ist die Aufgabe des Therapeuten, in Zusammenarbeit und Abstimmung mit seinem Patienten, der sich auch immer im klaren darüber sein sollte, was mit und in ihm geschieht. In diesem Artikel soll ja auch nur versucht werden, Erkenntnis darüber zu erarbeiten, wie der Baum, das Baumwesen, mit seinen Kräften und Eigenschaften über die Mistel zur Heilung des Menschen beitragen kann.


Wie wirkt die Mistel, worauf sind Heilungsprozesse zurückzuführen?

Die Mistel greift mittels zweier Eiweißstoffe, die Zellgifte sind, ein, die es dem vom Tumor befallenen Organismus ermöglichen, wieder "Herr im eigenen Hause" zu werden. Diese beiden Zellgifte - Lektine und Viscotoxine - entstehen und wirken räumlich und zeitlich auf verschiedene Weise: die Lektine konzentrieren sich vor allem in den zentralen Bereichen der Mistel, also in den Stängeln und Senkern. Die Viscotoxine bilden sich dagegen in den peripheren Organen, den Blättern. Entsprechend wirken sie an verschiedenen Orten der tumorbefallenen Zellen: die Lektine zerstören das Innere der Zelle, die Viscotoxine die Zellwände. So ergänzen sie sich wechselseitig im tumorbefallenen Organismus. Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Der Toxingehalt ist im Sommer am höchsten, der Lektingehalt im Winter. Aus diesem Grund werden zur Präparateherstellung Winter- und Sommersäfte gemischt.


Los lassen auf allen Ebenen

Die Lektine und Toxine helfen also dem Körper, sich von unbrauchbaren Zellen zu trennen, diese los zu lassen, damit Platz ist für neue, gesunde Zellen. Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, wie es auf der seelischen Ebene dringend notwendig ist - wenn echte (nachhaltige) Heilung eintreten soll - dass auch hier Altes, Unbrauchbares, Hinderndes los gelassen wird, damit Platz ist für Neues: neue, beflügelnde Ideen, neue Lebensgestaltung, damit der Mensch wieder auf allen Ebenen durchs Leben wirbeln kann.


Wärme braucht der Mensch

Die Mistel bewirkt auch die Entstehung von Wärme im menschlichen Organismus, nach dem Spritzen eines Mistelpräparates bildet sich im Normalfall leichtes Fieber. Das ist so gewünscht! Das Ich des Menschen, das ja (geistiges) Feuer ist (eine eindimensionale, also senkrechte Liebes-Feuersäule), lebt in der Wärme des Blutes. Über das Blut kann das Ich seine geistigen schöpferischen Urbilder, aus denen es besteht, in die Organe des Körpers einprägen.

Das geht nur über Wärme! Ähnliches findet statt beim Ablauf von Kinderkrankheiten, überhaupt bei allen Erkrankungen, die von Fieber begleitet sind. Über das warme, oder sogar heiße Blut werden die nicht passenden Zellstrukturen (also Strukturen, die nicht den schöpferischen geistigen Organ-Urbildern des Ichs entsprechen) vom Ich umgewandelt, seinem Bilde angepasst. Jeder Mensch ist eben anders. Wenn Fieber durch Medikamente unterdrückt wird, kann das Ich seine physischen Organe, die es zur seiner Entfaltung und Entwicklung auf der Erde braucht, nicht umwandeln und muss sich eventuell mit Organen begnügen und sich mit ihnen zurecht finden, die seine eigentlich gewollte oder geplante Entwicklung eher hemmen als unterstützen. Daraus ergibt sich, wie wichtig es ist, dass der verantwortliche Arzt das Fieber seines Patienten nicht unterdrückt, sondern überwacht und so steuert, dass das Ziel der Erkrankung, nämlich die Umwandlung eines oder mehrerer Organe, erreicht wird.


Die Mistel hat eine lange Vergangenheit

Um nun das Bild der Mistel noch etwas abzurunden, sei noch Folgendes erwähnt: ihr keltischer Name bedeutet ursprünglich: "die, die alles heilt". Für die keltischen Priester, die Druiden, war die Mistel so bedeutsam, sogar heilig, dass sie (die Druiden) in einem langen, weißen Gewand auf die Eichen stiegen (damals wurden ausschließlich auf Eichen wachsende Misteln geerntet), mit einer goldenen Sichel die Mistelbüschel schnitten und diese in einem weißen Tuch sammelten. Beim Verzehr der Mistel übertrug diese ihre Kräfte, ihren Sympathiezauber auf denjenigen, der sie verspeiste. Zu denjenigen, die sie verspeisten, zählten, und zählen noch die Misteldrosseln, die für ihre Verbreitung sorgen, indem sie die Mistelsamen, auf einem Ast eines anderen Baumes sitzend, wieder ausscheiden.

Von der Mistel glaubte man unter anderem, dass sie Epilepsie und Geschwüre heilte; sie machte die sterile Frau genauso fruchtbar wie das Vieh. Auch die Ainu (Ainu heißt "Mensch"), ein Volk weißer Rasse, das im äußersten Norden Japans lebt, spricht der Mistel diese Eigenschaften zu. Sie hat diese Macht, heißt es, weil sie vom Himmel kommt (sie wächst ja nicht auf der Erde), deshalb ließ man sie ja auch in Tücher fallen. Ihre himmlische Herkunft und die Tatsache, dass sie von Vögeln gesät wurde, erklären es, dass für die alten Germanen der Verzehr von Misteln es ermöglichte, mit den Geistern in Verbindung zu treten.

Der Gallier sammelte die Mistel, die auf Eichen wuchs deshalb, weil die Eiche eben durch ihre Mächtigkeit und ihr robustes Alter Ehrfurcht erregte. Wenn man die Mistel verzehrte, nahm man im Grunde das "Wasser der Eiche" zu sich, ihre formenden Lebenskräfte, ihren Saft, ihr Blut, die Essenz ihres Seins.

Küsse unter der Mistel

Der Bund Eichelmisteln an der Zimmerdecke soll der Liebe des Paares, das sich darunter am 31. Dezember um Mitternacht umarmt, Stabilität und Dauer verleihen, ganz so, wie die Mistel in pharmazeutischer Zubereitung das Immunsystem des Menschen dauerhaft stabilisieren kann - wenn der Mensch das will.


Die Bäume helfen heilen

So viel zur Mistel. Allmählich kristallisiert es sich heraus, dass es eigentlich gar nicht die Mistel ist, die Heilung bewirkt, sondern die Bäume sind unsere helfenden, heilenden Freunde. Im Falle der Mistelwirtsbäume sind das meistens der Apfelbaum, die Eiche, die Ulme, die Kiefer, und andere. Einen Baum, der allgemein nicht so sehr als Wirtsbaum für die Mistel bekannt ist, beschreibe ich näher in einem weiteren Artikel über die (oben schon mal erwähnte) Linde.

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Viele Menschen denken, sie dächten, während sie in Wirklichkeit bloß ihre Vorurteile neu sortieren.

William James

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Der Mensch ist das, was er den ganzen Tag lang im Kopf hat.

Ralph Waldo Emerson

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Der erste Schritt zur Weisheit besteht darin, alles in Frage zu stellen; der letzte, mit allem zurechtzukommen.

Georg Christoph Lichtenberg

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Nichts im Leben muss man fürchten, Man muss es nur verstehen.

Marie Curie

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Gebet ist kein Ersatz für Arbeit, Denken, Wachsamkeit, Leiden oder Geben; es unterstützt alle diese Bemühungen.

Georg Buttrick

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Liebe ist Leben. Wer die Liebe verpasst, verpasst das Leben.

Leo Buscaglia


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