VITASOPHIE

Das Männliche und Weibliche im Menschen und im Kosmos

Teil 2

Am Anfang …

Vor Beginn der Entwicklung der Menschheit und der Erde war nur reines göttliches SEIN. Die Substanz dieses reinen SEINS war göttlicher Wille.

Durch Verdichtungsvorgänge über Äonen, d.h. einander folgende Entwicklungszustände unseres Planeten Erde, entstanden immer dichtere Elemente, bis zu dem Zustand, der heute die Grundlage unserer physischen Existenz auf dem Planeten Erde ist.

In einer Art Wärmekugel oder –sphäre, die in ihrer Ausdehnung bis zum heutigen Saturn reichte (deshalb spricht Rudolf Steiner auch vom „Alten Saturn“) wurde der physische Leib des Menschen vorbereitet, ebenfalls zunächst in Kugelform. In dieser Wärmekugel wurden nach und nach – über einen sehr, sehr langen Zeitraum – zuerst die Sinnesorgane geschaffen, wodurch dieses „Wärmewesen“ allmählich wahrnehmungsfähig wurde. Eine Gefühlswelt, eine Seele, war in diesem „Menschenvorfahren“ noch lange nicht vorhanden. Erst recht noch kein Ich, das, mit Selbstbewusstsein ausgestattet, sich selbst erkennt und steuert, wie es heute der Fall ist.

Die auf diese Weise rudimentär veranlagten Organe waren nur Wärmedifferenzierungen, mit heutigen physischen Augen noch gar nicht sichtbar.


Materie ist verdichteter Geist

Göttlicher Wille wurde also zu Wärme verdichtet (geistige Wärme zunächst einmal), diese dann weiter zu Luft, weiter zu Wasser, weiter zu Erde. Und das über lange, aufeinander folgende Entwicklungszustände unseres Planeten.

Die allmähliche Verdichtung des göttlichen Willens zu Materie bedeutet auch, dass Materie nichts anderes ist als Geist, nämlich Geist auf einer hohen Verdichtungsstufe. Aufgrund des extrem hohen Verdichtungszustandes unserer Erde, damit auch des Menschen, kann sich der Geist allerdings heute immer weniger gegen die Materie durchsetzen. Der Mensch droht sozusagen in der Materie stecken zu bleiben. Das erklärt auch die zunehmende Tendenz zu Erkrankungen. Dazu kommt ungesunde Ernährung, unsere Lebensmittel verlieren an Vitalität, aus „Lebens“mitteln sind kraftlose „Nahrungs“mittel geworden, ein durch Chemie abgetöteter Acker kann den auf ihm wachsenden Pflanzen keine Lebenskräfte mehr bieten.

Die weitere Existenz der Erde und der Menschheit ist aktuell bedroht. Das wird jetzt erkannt, und mehr und mehr Menschen fragen erfreulicherweise nach biologisch angebauten Produkten und informieren sich auch darüber, wie die Tiere, die uns als Nahrung dienen, gehalten werden.

Erde und Menschheit in Dekadenz

Die zunehmende Unfruchtbarkeit der Erde und damit drohende Dekadenz der Menschheit waren vor 90 Jahren schon für Rudolf Steiner ein wichtiges Thema, weshalb er landwirtschaftliche Kurse durchführte. Das Ergebnis war der Beginn der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.


Überwindung der Todeskräfte

Wie kann man den verdichtenden und damit abtötenden Kräften entgegen wirken? Durch bewusst und gezielt durchgeführte Entdichtungsvorgänge. Im pharmazeutischen Bereich, also bei der Herstellung von Heilmitteln aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Substanzen, nennt man dies „Potenzieren“. Manche sprechen von „Verdünnen“, aber das reicht nicht als Erklärung. Beim Potenzieren wird ein Teil einer Substanz (Urtinktur) mit neun Teilen Wasser rhythmisch verschüttelt oder mit Milchzucker, bei festen Substanzen, verrieben.

Bei jedem Potenzierungsschritt wird das Wesen der Substanz, ihre vorher gebundene Kraft, der „göttliche Wille“, freier und freier und kann immer effektiver wirken. Niedrige Potenzstufen wirken auf das relativ dichte Körperliche des Menschen, mittlere Potenzen auf die Seele, hohe Potenzen mineralischer Substanzen (Metalle) sogar auf das Ich.

Darüber mehr an anderer Stelle. Es sollte hier nur angedeutet werden, wie durch die allmähliche Entstehung der Elemente durch Verdichtung und das stufenweises Hinzufügen von Wesensgliedern der Mensch zustande kam, so wie wir ihn heute kennen.


Der Mensch ist eine kosmische Komposition

Der Mensch ist also ein aus verschiedenen Komponenten/Elementen zusammengesetztes Wesen. Das hat sich im Laufe der Evolution über die Äonen hin so entwickelt. Von Äon zu Äon, von Entwicklungsstufe zu Entwicklungsstufe der Erde, wurde die Erde jedes Mal dichter und es kam bei jeder planetarischen Entwicklungsstufe ein weiteres Wesensglied hinzu.

Das geschah nicht von selbst, oder durch Zufall, sondern sehr hohe und sehr kompetente geistige Wesen führten die göttlichen Pläne durch mit dem Ziel der Menschwerdung. Die Bibel spricht von den „Elohim“. Die Elohim gehören zu den Exusiai, den Geistern der Form (weil sie für das Ausgestalten der Form der menschlichen Gestalt, aber auch der Natur, zuständig waren).

Die Elohim gehören zum Christus, sie sind ein Teil von ihm, wie wir Menschen auch. Der Christus ist der Schöpfer. So sehen wir, wie alle Wesen im Kosmos zusammengehören, oder eins sind, aber innerhalb dieser Einheit haben alle Wesen wiederum individuelle, differenzierte Aufgaben.

Worin besteht innerhalb dieses Ganzen die individuelle Freiheit des Einzelnen? Wir Menschen sind nur insoweit frei, wie wir uns gegenseitig frei lassen, die Freiheit der Mitmenschen respektieren, und nur solche Entscheidungen treffen, die für alle Sinn machen.

Zusammenfassung der Entwicklungsstufen der Menschheit und der Erde:

Name des planetarischen Entwicklungszustand unseres Planeten lt. Rudolf Steiner: Element: Entwickeltes bzw. hinzugefügtes Wesensglied des Menschen:
Alter Saturn Wärme Physischer Leib des Menschen
Alte Sonne Wärme + Luft Wie oben + Lebensleib oder vitale Organisation (Ätherleib)
Alter Mond Wärme + Luft
+ Wasser
Wie oben + Empfindungsorganisation; die Seele, das Weibliche; Astralleib/Seelenleib
Erde Wärme + Luft
+ Wasser + Erde
Wie oben + Ich; das Männliche

 

 

Der Stein der Weisen

Der Erde (4. Entwicklungszustand unseres Planeten) folgen im Laufe der Evolution noch drei weitere, so weit sie abzusehen sind, mit fortschreitender Entdichtung der Elemente zu feineren Substanzen. Aus welchen Substanzen dann der menschliche Körper bestehen wird, ist an anderer Stelle bereits ausgeführt worden (s. den Hinweis auf den “Stein der Weisen“, der ein zukünftiger sehr feinstofflicher Kohlenstoff sein wird, klar und durchsichtig wie ein Diamant). Der Sinn des Durchgangs des Menschen durch die dichte Materie ist der, das wir nur durch die Auseinandersetzung und Konfrontation mit der dichten Materie und den Zwang, ständig Lösungen zur Selbsterhaltung und Weiterentwicklung finden zu müssen, selbstbewusst, selbstständig und frei werden können.


Die Evolutionsspirale

Bei jeder neuen planetarischen Entwicklungsphase wird das bis dahin Entstandene nochmal aufgegriffen, wiederholt, weiterentwickelt, verfeinert. Dann kommt das Neue hinzu.

Auf dem Alten Mond also, der 3. Entwicklungsphase, werden zunächst einmal der physische Leib und der Lebensleib wiederhergestellt und verfeinert, ergänzt, erweitert, „aktualisiert“, mit einem Blick darauf, was jetzt hinzugefügt werden soll, nämlich der „Astralleib“, die Gefühlswelt des Menschen, sein Weibliches. Das Männliche, das Ich, spielt bis hierher noch keine Rolle! Das Ich des Menschen befindet sich weiterhin im Umkreis des sich entwickelnden Planeten, arbeitet von dort aus aber durchaus zusammen mit den „Göttern“, den hohen Engelwesen, die mit der Entwicklung der Menschheit und des Planeten beauftragt sind.


Das Problem der Emotionen

Diese Gefühlswelt des nunmehr dreiteiligen – noch ichlosen - Menschen ist in seinem damaligen Zustand ein großes Problem! Wilde Emotionen, ungezügelte Triebe, Leidenschaften treiben den Menschenvorfahren von Katastrophe zu Katastrophe. Zur Erinnerung: der Planet war in dem Zustand noch ein Wasserplanet. Der menschliche Körper hatte noch nicht die Strukturen oder Formen, die er heute hat. Der Mensch von heute sieht so aus, wie er aussieht, weil sein Körper dem Leben auf der dichten Erde angepasst ist. Auf dem Wasserplaneten, genannt Alter Mond, war seine Körperlichkeit dem Leben im Wasser angepasst. Dieses Wasser war kochendheiß, es bestand aus Wärme, Luft und Wasser. Weil eine Trennung zwischen den Elementen Wasser und Luft und Wärme noch nicht so strikt war wie heute (die Elemente waren noch sehr gemischt), war der menschliche Körper (in unserem heutigen Sinne kann man ihn eigentlich noch gar nicht menschlich nennen) dieser Situation angepasst, alles andere als fest, absolut spontan formbar, plastisch, passte sich jeder Situation sofort an, veränderte seine Form von einer Sekunde auf die andere.


Auf der Atlantis beginnt die Ich-Entfaltung

Erst im Laufe der Atlantis, während des 4. planetarischen Zustandes unseres Planeten, fand eine deutliche Trennung der Elemente statt. Erst nach der Sintflut (dem Untergang der Atlantis in Wasserfluten) war der erste Regenbogen am Himmel zu sehen, als Zeichen für eine deutliche Trennung von Luft und Wasser (die Bibel berichtet davon).

Der damalige Wasserplanet hatte in unserem Sonnensystem eine Ausdehnung wie heute zwischen Erde und Mars. Vielleicht hat die Suche nach Wasser auf dem Mars damit zu tun, dass man sich im Unterbewusstsein noch ein bisschen daran erinnert.


Nichts bleibt wie es war

Es gibt Stimmen, die sagen, dass „Gott unveränderlich ist, immer so war, wie er ist und immer so sein wird“, weil er vollkommen ist. Aber das ist eine sehr naive Vorstellung. Nichts bleibt für immer so wie es ist, weil alles in ständiger Entwicklung und damit Veränderung ist. Selbstverständlich ist Gott, das Göttliche, das göttliche Universum, vollkommen. Aber das heißt nicht „unveränderlich“. Die Vollkommenheit zeigt sich auf jeder Entwicklungsstufe anders, differenzierter, feiner, bewusster. Die unendliche, unfassbare göttliche Vollkommenheit verändert sich ständig und auf ewig in dem Maße, wie die Menschheit(en) sich entwickeln, ihre Evolution vollziehen, die göttlichen Ziele verwirklichen.

Evolution bedeutet ständige, ewige Differenzierung, Verfeinerung, differenzierte Verfeinerung. Was wird verfeinert? Die göttliche Liebe und Weisheit, die nicht „verbessert“ werden kann, aber immer bewusster und aus einer neuen Freiheit heraus gelebt und gestaltet werden soll.


Was ist gut, was ist böse?

Wir berühren hier auch das Geheimnis des Bösen. Wenn das Böse dem guten Göttlichen entgegengesetzt ist, also Dualität herrscht, dann ist doch Gott nicht allmächtig? Wenn er aber doch allmächtig ist, warum lässt er das Böse zu?

Das Böse besteht aus starken, aber einseitigen Kräften, die am falschen Ort, zur falschen Zeit wirken. Daraus entsteht dann das Böse. Der Mensch hat die Aufgabe, sich damit zu befassen, das so genannte Böse kennen zu lernen, es in den Griff zu kriegen und Harmonie zu schaffen. Es geht nicht darum, diese Einseitigkeiten abzuschaffen, sondern zu harmonisieren, in Einklang zu bringen, sie aufeinander abzustimmen, damit die Kräfte zum richtigen Zeitpunkt und am rechten Ort eingesetzt Gutes bewirken.

Eine Übersicht über den Zusammenhang der Dinge und Kräfte müssen wir uns aber erst erarbeiten. Das geht über viele, viele Erfahrungen und Erkenntnisse (und Leiden, und Schmerzen, …usw.) Durch die Menschheit wird das Böse eines Tages erlöst werden müssen. Das war auch, und ist noch und wird in Zukunft verstärkt die Aufgabe des Manichäismus sein. Ein Thema für sich. Aber noch haben wir genug mit uns selbst zu tun. Wenn es dem einen oder anderen Menschen jetzt in der Gegenwart allmählich zu dämmern beginnt, was das Menschsein eigentlich bedeutet, dann hat der Einzelne schon einen großen Schritt in die Zukunft getan. Wir stehen ja erst am Anfang dieser Erkenntnisse, und große Schritte stehen uns bevor.


Kommt die Atlantis wieder?

Die Entwicklung der Menschheit auf obige Weise darzustellen, ist nur eine Möglichkeit, eine eher sachliche (hoffe ich). Da aber das Göttliche inzwischen Mensch und damit persönlich geworden ist, spreche ich nachfolgend statt vom Ich als vom Männlichen und von der Seele als vom Weiblichen. Vielleicht ist so auch ein Brückenbau möglich.

Wenn wir uns die Erden- und Menschheitsentwicklung, wie oben geschildert, anschauen, stellen wir fest, dass das Weibliche ja schon vor dem Männlichen auf der Erde war! Weil nämlich während der dritten planetarischen Entwicklungsstufe der Erde das Weibliche dem schon vorhandenen physischen Körper und der Lebensorganisation des Menschen als drittes Element hinzugefügt wurde. Das Ich kam ja erst auf der gegenwärtigen 4. Stufe hinzu. Dieser 4. kosmisch-planetarischen Stufe entspricht die 4. irdische Entwicklungsstufe, die wir die „Alte Atlantis“ nennen. Während der Menschheitsentwicklung auf der Atlantis verstrickte sich das als neues Wesensglied des Menschen hinzu gekommene Ich in den (zunächst notwendigen) Egoismus, dieser Egoismus führte zum Missbrauch der Naturkräfte, dieser Missbrauch führte dann zum Untergang der Atlantis in den Wasserfluten. Kommt uns das bekannt vor, und wird es uns bei dieser „Erinnerung“ an Missbrauch in alten Zeiten mulmig im Bauch?

Auf der vormenschlichen Stufe, zu Beginn der Evolution, war das Weibliche, die Welt der Emotionen im Kosmos, die Weltenseele, noch nicht menschlich und damit auch noch nicht persönlich zu verstehen. Daher ist es wohl berechtigt, hier noch von neutralen „Kräften“ und „Prozessen“ zu sprechen, die das Universum durchzogen. Es waren wilde, chaotische Kräfte zunächst, wir würden sie heute als leidenschaftlich, triebhaft, instinktiv bezeichnen, noch von keinem Ich kontrolliert, beherrscht.

LILITH

Dieses anfänglich leidenschaftlich-triebhafte Weibliche im Kosmos nennt die Kabbala die „LILITH“. Die Kabbala sagt auch: Lilith war Adams erste Frau. Sie lief ihm davon, brannte mit Dämonen durch und gebar ihnen zahlreiche Kinder. Die sie dann fraß.

Was heißt das? Auf den Menschen bezogen bedeutet das, dass, wenn der Mensch seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat, er also ohne nachzudenken „aufbraust“, was ihm hinterher leid tut, denn „so hat er es nicht gemeint“, er sich selbst damit seine eigene Zukunft „versaut“. Dieses absichtlich so verwendete Wort hat mit dem Zustand der Weltenseele auf der Tierstufe zu tun.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft, heißt es. Die Lilith fraß ihre Kinder, es konnte so für sie keine Zukunft entstehen.

Gott sprach „Es werde Licht!“. Er wünscht sich ein lichtvolles Weibliches, eine lichtvolle Weltenseele.

So bedeutet der Begriff Evolution zunächst einmal Entwicklung der Weltenseele und damit der Menschenseele von einem dunklen Zustand zu einem lichtvollen. Wie gesagt, wird das über Erfahrungen und Erkenntnisse erreicht. Mit jeder Erkenntnis geht uns ein Licht auf!


Lilith – Sophia – Maria

Lilith wird auch als die „schwarze Madonna“ überliefert. Auch wird sie in Begleitung von Tieren dargestellt, das kann ein Drache, oder ein Löwe oder ein anderes Tier sein. Den Drachen hält sie in den Armen oder steht mit einem Fuß darauf. Eine solche Darstellung finden wir zum Beispiel in der St. Georgskirche in Reimlingen (südlich von Nördlingen, ganz im Nordwesten Bayerns). Vor dem Hauptaltar (im Osten der Kirche) sehen wir einige Meter links davor einen weiteren, kleineren Altar mit einer Frauengruppe.

Im Hintergrund steht Maria in weiß-blau, wie wir sie kennen. Davor drei Frauen:

Links die Lilith, mit einem Fuß auf einem Löwen, dann die Sophia (das Weibliche auf einer bereits weiter-entwickelten, reiferen Stufe), dann die Jungfrau Maria.

Weiß bedeutet Jungfräulichkeit. Jungfrau sein bedeutet: über sich selbst bestimmen. Mit Sex hat diese Jungfräulichkeit nichts zu tun. Die Jungfräulichkeit der Mutter Jesu bedeutet hier, dass sie bei der Empfängnis über sich selbst bestimmt hat, sie ließ sich nicht von einem männlich-Aggressiven überwältigen, sondern die Empfängnis war ihre eigene Entscheidung. So gesehen sind alle Frauen, die ganz bewusst ein Kind haben wollen, und das auch empfangen und gebären und alleine großziehen „Jungfrauen“.


Sophia-Maria und Europa

Blau bedeutet, dass Maria (Sophia) die Herrin des Raumes im Weltall ist. Der Raum ist ihr Reich. Innerhalb dieses Raumes empfängt sie die vatergöttlichen Pläne und daraus entstehen die Galaxien. So ist sie die Gebärerin der Sternenwelten. Wenn wir vom „Astralleib“ als Sitz unserer Seele sprechen, sagen wir ja damit aus, dass wir mit unserer Seele in den Sternenwelten zu Hause sind. Unsere Europaflagge in blau mit 12 Sternen deutet darauf hin, dass das Ich mit seinen 12 göttlichen Eigenschaften und das All zusammengehören. Auch darauf, dass jetzt die Zeit gekommen ist, wo wir Europäer das Weibliche, die Vernunft und Weisheit, umzusetzen haben. Wozu wir unser ICH, die Initiativkraft, brauchen und anwenden. So muss von Europa aus das Neue ausgehen, um die Welt neu zu gestalten. Die Menschen in den Ländern, in denen noch Krieg und Gewaltanwendung herrschen, schauen erwartungsvoll auf Europa.


Die weiß-blaue Brigida und die Bayern

Wie oben angedeutet, ist das Weiblich-Göttliche glücklicherweise in Bayern noch erhalten geblieben. Was man so oberflächlich und vielleicht manchmal herablassend in anderen Teilen Deutschlands als „Marienkult“ belächelt, ist in Wirklichkeit die Erhaltung und Pflege des Weiblich-Göttlichen in der Religion. Martin Luther hat die Göttin abgeschafft, deshalb sind die evangelischen Kirchen auch so nüchtern. Zu nüchtern, die Seelen der Menschen werden so nicht mehr erreicht.

Die Bayern verdanken die Maria den Kelten. Die Kelten verehrten als ihre Göttin die Brigida. Diese stellten sie bereits in einem weißen und blauen Umhang dar. Als sie auf den Kontinent zogen, bis nach Bayern, brachten sie ihre Brigida mit. Sie ließen sich dann dort nieder und verehren sie bis heute noch. Die weiß-blauen Farben Bayerns sind eine Erinnerung daran.


Weiß-blau in Rautenform geht darauf zurück, dass das Symbol für das Weiblich-Göttliche das X ist. Das Symbol für das Männlich-Göttliche ist das Kreuz = +. Lauter Xe neben- und untereinander und abwechselnd in weiß und in blau ergeben die bayrische Flagge.

Die Dana in Bayern

Vor langer Zeit zog ein Volk aus dem Mittelmeerraum nach Bayern. Der Name ihrer Göttin war Dana. Die Gegend, in der sie sich niederließen, nannten sie die Auen der Dana = Donau. Ein Teil von ihnen zog weiter und ließ sich nördlich von Germanien nieder, ihr neues Land nannten sie Dänemark = die Mark der Dana.


Brigida, Maria, Anna in Großbritannien

Eine so wichtige Angelegenheit wie die Entwicklung der Welten- und Menschenseele war in alten Zeiten noch bekannt und Thema.

Wenn wir uns die Flagge Großbritanniens anschauen, so sehen wir das männliche Kreuz und das weibliche X. Der Name Britannien besteht aus Brit und Anna. Anna war die Mutter der (jungfräulichen) Maria = Brit (Brigida). Die Bezeichnung Britannien besagt somit, dass die Brit die Weiterentwicklung von Anna ist.

 

 

Die Flagge Schottlands stellt das Weiblich-Göttliche ebenfalls dar:

 

 

Auch hier haben wir ein weißes X für die Jungfrau Maria auf einem blauen Hintergrund, das Symbol für das Weiblich-Göttliche im Kosmos.


Maria und Anna in Frankreich

Ein so bedeutendes Kulturvolk wie Frankreich müsste doch eigentlich auch was von Maria und Anna wissen. Und das ist selbstverständlich auch so. Auf französischen Briefmarken ist sie noch abgebildet: die Marianne, Maria-Anna.

Es ist an der Zeit, dass die Westeuropäer sich wieder daran erinnern und die Weiterentwicklung der Menschen– und Weltenseele, jetzt auf bewusster Stufe, und als freie/jungfräuliche Entscheidung, fortsetzen.

Der Monat Mai ist eine Erinnerung an Maria, er wurde nach ihr benannt.


Von der schwarzen zur weiß-blauen Madonna

Auf der Südspitze der Camargue an der Rhône-Mündung, im Süden Frankreichs, am Mittelmeer, befindet sich die Stadt „Les-Saintes-Maries-de-la-Mer“. Die Überlieferung sagt, dass hier die drei Marien – Maria Jakobi (eine Cousine der Jungfrau Maria), Maria Salome (die Frau des Zebedäus und Mutter der Apostelbrüder Jakobus des Älteren, auf den Santiago (der „Heilige Jakob“) de Compostela zurückgeht, und des Johannes, des Lieblingsjüngers), und Maria Magdalena – nach Überquerung des Mittelmeers 44/45 nach Chr. gelandet sind. Sie landeten hier mit einem Boot zusammen mit verschiedenen Jüngern Jesu, unter denen auch Martha und ihr Bruder Lazarus waren.

Die drei Marien werden seitdem hier verehrt, aber nicht nur sie, sondern auch die Schwarze Madonna. Diese wird vor allem von den romanischen Zigeunern verehrt, die sich hier jedes Jahr zu ihren großen Festen treffen und deren Patronin sie ist. Sie nennen sie auch die „Heilige Sara“.

In Les-Saintes-Maries-de-la-Mer steht die Kirche Notre-Dame–de-la-Mer („Unserer Lieben Frau des Meeres“), aus dem 12. Jahrhundert. Sie repräsentiert die romanische Architektur, ihr hauptsächlicher Anziehungspunkt und Pilgerzentrum sind der unterirdische Altar mit der Statue der Heiligen Sara. Auf einer erhöhten Plattform über der Krypta, treffenderweise auf einem lichtvollen Platz, steht die Statue der gesegneten Jungfrau Maria, der Weißen Madonna.


Sara, die schwarze Ägypterin

Sara wird von der Tradition auch als „schwarze“ Ägypterin beschrieben. Es heißt, dass sie die Jünger entweder schon auf der Reise vom Heiligen Land her begleitete, oder aber sie bei der Landung am Strand willkommen hieß. Historiker meinen, dass sie dort bereits lebte, weil sich hier damals ein römisches Fort befand, das den Namen des ägyptischen Gottes Râ trug, bevor hier Les-Saintes-Maries-de-la-Mer gegründet wurde.


Maria Magdalena in Frankreich

Maria Magdalena soll dann weiter gewandert sein, bis zum Gebirgszug der Sainte Beaume, östlich von Marseille, Dort soll sie als Einsiedlerin 30 Jahre lang in einer Höhle hoch oben in der nach Norden weisenden Steilwand gelebt haben. Nach ihrem Tode wurde ihr Körper in Saint Maximin begraben, wo man später eine Basilika baute.

Während man in Deutschland von Maria Magdalena wenig weiß, befinden sich in Frankreich viele Kirchen, die nach ihr benannt wurden. So z.B. in Paris „La Madeleine“.


Von Ägypten nach Indien nach Europa und zum Mittelmeer

Die Heilige Sara wird also in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer sehr verehrt, sie ist die Patronin der Zigeuner. Diese kamen ursprünglich aus Nordwest-Indien, sie waren ein Nomadenstamm in dieser Gegend. Sie wanderten um 1000 n. Chr. nach Westen und erreichten Europa etwa im 12. oder 13. Jahrhundert. Da sie eine auf dem Sanskrit aufbauende Sprache hatten (Romany), erkannten sie in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer Sara als ihre Sarai oder Sri, auch bekannt als Sarasvati, Gemahlin oder Shakti Brahmas (Shivas), in der hinduistischen Tradition auch als die Göttin Kundalini bekannt. Wie schlafend liegt sie im Wurzelchakra schlangenartig eingerollt und wartet darauf, dass das Liebe-Licht Brahmas sie weckt und zur Tätigkeit anregt. Sobald sie freigesetzt ist, steigt sie als Leben spendende und erleuchtende Energie die Wirbelsäule empor und bringt stets sich weitendes Bewusstsein, Erleuchtung und Freude. Es ist somit nicht überraschend, dass die Zigeuner die Heilige Sara an diesem wunderbaren Ort Les-Saintes-Maries-de-la-Mer spontan und gerne verehrten.

Ein anderer Name, unter dem sie verehrt wurde, war „Sara la Kali“. Unter dieser Bezeichnung war sie die Große Göttin der Hindus, Kali, die Universelle „Schwarze“ Mutter allen Seins.

Bevor die Zigeuner nach Indien kamen, sollen sie von Ägypten aus dorthin gezogen sein. Sie nannten ihr Ursprungsland „Kemit“, = „schwarze Erde“ was so viel wie „Urmaterie“ oder „dunkler Mutterschoß allen Lebens“ bedeutet. Sara wird als Ägypterin und schwarz beschrieben. So hatten also Menschen, die sie schon in Ägypten verehrten, sie endlich nach langen Wanderungen wieder gefunden. Ein Kreis schließt sich.


Aus dem Meer geboren

Die Jungfrau Maria ist gemäß der christlichen Tradition die „Weiße Jungfrau“, die Tochter Annas, der „Schwarzen Jungfrau“, die „ursprüngliche Göttliche Mutter“. Anna personifiziert den tiefen dunklen Raum, oder die Leere, aus der und in der alle Dinge in die Form kommen. Maria (französisch: mer, lateinisch: mare) heißt „Meer“, in der Bedeutung von „Wasser“ oder Materie.


Von der Meeresruhe zum Quantensprung

Die Entwicklung der Menschheit und damit des Kosmos zieht sich über lange, lange Zeiten/Äonen hin. In den letzten Jahren allerdings beschleunigt sich diese Entwicklung in einem rasanten Tempo. Man hat den Eindruck, dass „sich die Lage zuspitzt“, dass sich ein großer Entwicklungsschritt oder sogar –sprung vollzieht. Täglich gehen uns Lichter auf, wenn wir die Nachrichten verfolgen, alles Trübe und Undurchsichtige aus der Vergangenheit kommt jetzt ans Licht.

Dieser Eindruck, den wohl jeder von uns hat, wird bestätigt durch die anthroposophische Erkenntnis, dass sich unser Karma jetzt in dreifacher, oder sogar vierfacher Geschwindigkeit, verglichen mit früheren Erdenleben, klärt. Das geschieht auch auf dem Weg über Krankheiten, Schmerzen, die man sich nicht erklären kann.

Voraussetzung für den Bewusstseinssprung, den wir zurzeit mitmachen, ist die Bereinigung unserer „Altlasten“, die sich in vergangenen Erdenleben angesammelt haben. Das geschieht durch die Bewältigung von Problemen und Krankheiten, wie wir das täglich erleben.

Ein weiser Mensch sagte:

Gott ist Der Gärtner, die Hl. Sophia/die Weltenseele der Acker und der Mensch die Frucht.


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Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung. Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen, das ist unsere Bestimmung.

Oscar Wilde

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Den Weg, den du vor dir hast, kennt keiner.
Den Weg, den du gegangen bist, ist keiner gegangen wie du.
Niemand hat deine Fingerabdrücke, deine Stimme.
Niemand spürt das gleiche Glück wie du.
Niemand hat deine Erfahrung, deine Geschichte.
Warum nicht? Weil du ein einmaliger Mensch bist.

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Liebe fordert mich unmittelbar dazu heraus, die enge Bindung, die ich an mich selbst habe, aufzugeben.

John Powell, S.J.

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Zwei Menschen lieben aneinander das zukünftige Gute, das sie sich gegenseitig zu entfalten helfen.

Margaret Fuller.

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Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten; das Gute ist der einzige Grund der Liebe. Lieben heißt, jemandem Gutes tun wollen.

Thomas von Aquin

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Die wesentlichen Dinge, um in diesem Leben Glück zu erlangen, sind: etwas zu vollbringen, etwas zu lieben und auf etwas zu hoffen.

Joseph Addison

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Güte in den Worten erzeugt Vertrauen,
Güte beim Denken erzeugt Tiefe,
Güte beim Verschenken erzeugt Liebe.

Laotse


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Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als derjenige, der alle Antworten weiß.

Chung Tsu


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Liebe ist das Licht, das das Universum erhellt. Ohne dieses Licht ... ist die Erde ein ödes Gebirge und der Mensch nichts als Staub.

Mary Elizabeth Braddon

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Das Schönste an einem männlichen Mann sind seine weiblichen Seiten.
Das Schönste an einer weiblichen Frau ist ein gewisser männlicher Zug.

Susan Sonntag


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Mitgefühl ist der höchste und bedeutsamste Ausdruck emotionaler Reife.
Auf seiner Suche nach Erfüllung und Selbstverwirklichung erfährt der Mensch seine höchsten Höhen und tiefsten Tiefen durch Mitgefühl.

Arthur Jersild

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Was es auch Großes und Unsterbliches zu erstreben gibt - dem Mitmenschen eine Freude zu machen ist doch das Beste, das man auf dieser Welt tun kann.

Immanuel Kant


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Zu leben bedeutet, jede Minute geboren zu werden.

Erich Fromm

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Wenn wir jung sind, gelten alle Gedanken der Liebe.
Im Alter gilt alle Liebe den Gedanken.

Albert Einstein


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Leben kann man nur vorwärts, das Leben verstehen nur rückwärts.

Sören Kierkegaard


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Die beste Art das Böse zu bekämpfen, ist energischer Fortschritt im Guten.

J. Ging


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Oberflächlichkeit ist das Laster unserer Zeit. Mit dem Bekenntnis zur schnellstmöglichen Befriedigung handeln wir uns gleichzeitig unser größtes spirituelles Problem ein.

Richard J. Foster


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Je besser ich Gott kennenlerne, desto sicherer bin ich, dass er es lieber sieht, wenn wir in der Liebe irren, anstatt aus Angst vor Fehlern die Liebe vermeiden.

Vater Andrew

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Gott ist nah bei mir - oder vielmehr in mir. Und doch kann es sein, dass ich weit von Gott entfernt bin, weil ich weit von meinem wahren Selbst entfernt bin.

C. E. Rolt

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Warum entarten Religionen? Das Regenwasser ist rein, doch wenn es Dach und Gossen durchlaufen hat, die unsauber sind, so verliert es seine Klarheit.

Ramakrishna

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Eine seltsame Welt ist das, in der es leichter ist, Atome zu zertrümmern als ein Vorurteil.

Albert Einstein


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Bewahre den Frieden erst in dir selbst - dann kannst du auch anderen Frieden bringen.

Thomas von Kempen


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Gelassenheit ist die anmutigste Form von Selbstbewusstsein.

Dr. Stephan Grotz


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Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen -
oder vielmehr trotz seiner selbst.

Victor Hugo

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Nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen bedürfen der Liebe.

Oscar Wilde