VITASOPHIE

Die Linde - Verkörperung des Lichtes und der Sonnenkraft.


Das Subtile der Linde

In früheren Zeiten wurden unter Linden und Eichen Gerichte abgehalten. Unter den Eichen (die Eiche wird als männlicher Baum betrachtet) wurde über brutale Taten (Mord und Totschlag) Urteile gefällt, unter den Linden (weiblich) wurden eher die subtilen Streitigkeiten beurteilt. Von daher stammt der Begriff "subtil" = sub tilia = unter der Linde. Unter den Linden wurde auch gerne gefeiert, man fühlte sich unter der Krone der Linde geschützt. Blitze sah man eher in Eichen einschlagen. "Gedenklinden" erinnern an Friedensabkommen und wichtige Dichter. "Kapellenlinden", "Walllfahrtslinden" und "Marienlinden" sind Orte der Andacht und der Besinnung, auch Treffpunkte.

Selbst wenn man sie nicht sieht, kann man die Linde wahrnehmen, nämlich wenn an einem warmen Sommerabend die Luft von dem herrlichen Lindenduft erfüllt ist. Die ausgeprägten Blüten sind eine Bienenweide. An den Blüten erkennt man ihre Beziehung zum Licht. Licht strukturiert (Wärme vitalisiert, durch Wärme wirkt Wille). Für die Blütenpflanzen im Gebirge und im Hohen Norden ist charakteristisch, dass die Pflanze selbst zwar oft relativ klein ist, die Blüte ist dagegen relativ groß und fein strukturiert, mit feinen Farben.


Die Linde als Helfer in Haus und Hof

Alles an der Linde ist fein, "subtil". Das Holz ist weich und hell, man verwendet es gerne zum Schnitzen. Viele mittelalterliche Plastiken, die oft religiöse Motive darstellen, sind aus dem Holz der Linde entstanden. Aus Lindenholz macht man auch Bleistifte, Streichhölzer und Holzwolle. Mit Lindenkohle wird gezeichnet. Aus Linden-Holzkohlepulver macht man Schwarzpulver.

Aus der Rinde können elastische Fasern gewonnen werden. Aus Lindenbast wurden seit Urzeiten Kleider, Matten, Taschen und Seile hergestellt. Aufgrund des hohen Stärke- und Eiweißgehaltes wird Lindenholz im Herbst zu Holzmehl verarbeitet und dient im Winter als Futter für das Vieh.


Ewig jung

Die Linde als Baum wird zwar weit über 500 Jahre alt, das Holz selbst ist jedoch nicht sehr dauerhaft. Bleistift: ja, Tragebalken: nein. Das liegt daran, dass die Linde eben sehr vital ist, sie wehrt sich gegen das '"Verhärten". Die Linde bildet in ihren Ästen, Zweigen, Blüten und Wurzeln Schleim, ein Ausdruck des Kampfes der Linde gegen Verhärtung.

Eine alte Linde kann sogar aus ihrer Krone heraus sogenannte Innenwurzeln bilden die sich durch den sich allmählich zersetzenden Baumstamm hindurch bis zur mineralischen Erde hinunter senken und dort Wurzeln bilden. Daraus entsteht ein neuer Stamm, komplett mit Rinde, der die Krone jetzt trägt und sie von unten her ernährt.

Bis ins höchste Alter kann die Linde aus dem alten Holz neue Äste bilden. Ältere Äste brechen laufend aus und werden durch neue, steil aufwachsenden Äste ersetzt. So wird immer wieder eine junge, kräftige und regelmäßige Kronengestalt geschaffen. Das ist Sonnenkraft!! (und "ewige Jugend"?)

Auch im Menschen bewirkt die (geistige) Sonnenkraft ständige Erneuerung. Mit Sonnenkraft im Herzen kann (und soll) der Mensch Altes los lassen, damit Platz für Neues geschaffen wird! Das erhält den Menschen gesund. Los lassen macht gesund, nicht Loslassen-Können macht krank. Siehe hierzu auch den Artikel über die Mistel und die anderen Artikel der Vitasophie, in denen dieses zentrale Thema von verschiedenen Gesichtspunkten aus beleuchtet wird.


Lindenarznei

Medizinisch wird Lindenkohle bei Blähungen und Durchfall eingesetzt, auch bei Vergiftungen und Übersäuerungen, wenn entzündliche Magen- und Darmerkrankungen vorliegen und die Verdauungstätigkeit stockt.

Aus den getrockneten Blütenständen der Linde lässt sich übrigens auch ein ätherisches Öl gewinnen, das alle anderen ätherischen Öle an Feinheit des Duftes übertrifft. Ein Lindenblütentee wirkt bei Husten schleim- und krampflösend, bei Verkühlungen und Erkältungen schweißtreibend (Sonnenwirkung), also Ursache und Symptomen einer Grippe entgegen. Gerne wird Lindenblütentee mit dem nicht auskristallisierenden Lindenblütenhonig gesüßt, um die milde, durchwärmende Wirkung weiter zu unterstützen. Der moderne Mensch braucht diese Unterstützung, wenn sein durch einseitig intellektualistische Tätigkeit von innen heraus erkältetes Nervensystem durch äußere Kälte zusätzlich geschwächt wird.

Hildegard von Bingen empfiehlt die Blätter der Linde, äußerlich angewendet als Augen klärendes Mittel. Lange vorher schon wurden Rindenschleim bei Brandwunden und Lindenkohle bei schweren entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt.

Die feinen Licht- und Sonnenkräfte der Linde lassen ahnen, welche Kräfte sie dem Menschen schenken kann, generell, um zu seiner Gesundung beizutragen, aber besonders bei Krebserkrankungen: zartfühligen, ausgeprägt gutmütigen Menschen verhilft sie aufgrund ihrer Lichtkräfte zu einer Stabilisierung (Strukturierung) der Seelenkräfte, und mit ihren Sonnenlichtkräften zu einer Erwärmung des Herzens. Diese Kräfte machen die Linde zu einem Helfer bei Krebserkrankungen.

Linde und Mythologie

Aus dem Nibelungenlied kennen wir die Siegfried-Sage: Siegfried (seine Mutter hieß Sieglinde) besiegt den Lindwurm- ein schlangenähnlicher, erdverhafteter Drache mit verkümmerten Flügeln - und erlangt durch ein Bad in dessen Blut die Unsterblichkeit. Wäre da nicht das herunterfallende Lindenblatt, das eine Benetzung mit Blut zwischen den Schulterblättern verhindert! Und genau dort wird Siegfried später von Hagen getötet. Lauter Symbole, was sagen sie uns?

Der Lindwurm vertritt die ungezügelten, unbewussten Stoffwechselkräfte, d.h. die niedere Natur des Menschen. Er ist erdenverhaftet, kann nicht fliegen (sich zum Geist erheben). Dafür ist er sehr beweglich, geschmeidig und wendig, wie Holz und Bast der Linde. Siegfried überwindet das Irdische (das Begierdenhafte) und tritt als Unsterblicher in die Sphäre der Ewigkeit ein. Nur die eine Stelle, der Ansatzpunkt der beiden "Flügel" (als Organe zur Wahrnehmung und Fortbewegung in der geistigen Welt) bleibt verwundbar - bewirkt durch das Lindenblatt - und so muss Siegfried Erdenmensch bleiben - vorerst. Für den alten vorchristlichen Sonnenhelden war die Zeit noch nicht gekommen. Erst wenn der Mensch einmal sein Kreuz getragen hat, auf den Schulterblättern, wie der Christus, und aus Liebe (Herzform des Lindenblattes) wird er so weit sein, dass er sich in geistigen und irdischen Welten fortbewegen kann.


Die Linde ist unsere Schwester

Ich denke, wir Menschen sollten uns viel mehr mit dem Wesen und Leben der Bäume als unseren hilfreichen "Geschwistern" befassen, und ihnen danken. Was tun wir statt dessen, weltweit, mit den Bäumen, ja ganzen Wäldern, die auf brutale Weise dahin gemetzelt werden. Mit den Bäumen stirbt der Mensch.

Mit den Bäumen kann der Mensch aber auch wieder gesunden, und damit die ganze Welt.

Dazu müssten nach neueren Überlegungen ca. 100 Milliarden Bäume weltweit gepflanzt werden. Das müsste zu schaffen sein. Die Bäume jedenfalls machen da sofort mit!


* * * * * * * * * *


Wir sind, was wir immer wieder tun

Aristoteles

* * * * *

Ein Optimist ist jemand, der morgens ans Fenster tritt und sagt: "Guten Morgen, Gott!"
Ein Pessimist ist jemand, der morgens ans Fenster tritt und sagt: "Guter Gott, schon wieder Morgen?"

Osho

* * * * *

Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.

Theodor Heuss

* * * * *


Der Geist ist alles; was du denkst, das wirst du.

Buddha

* * * * *

Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.

J:W: von Goethe


* * * * *


Ein Mensch ohne Sinn für Humor ist wie ein Wagen ohne Federn: jeder Kieselstein auf der Straße rüttelt ihn durch.

Henry Ward Beecher

* * * * *

Lachen ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen

Victor Borge

* * * * *

Hört man sich manche Fromme an, so möchte man sich vorstellen, dass Gott nie lacht.

Ghose Aurobindo

* * * * *


Glück ist ein Wie, nicht ein Was; eine Begabung, kein Gegenstand.

Hermann Hesse

* * * * *