VITASOPHIE

Über das Leiden

Warum ist das Leben so schwierig?

Der Mensch, eingebunden in seine täglichen Probleme und Herausforderungen verbunden mit Leiden, Schmerzen, Entbehrungen, Entmutigungen, wundert sich mit Recht, warum das Leben so schwierig ist.

Man kann diese Situation von 2 Seiten betrachten: von unten nach oben (wie z.Zt. allgemein üblich), oder von oben nach unten:

Von unten nach oben, aus der alltäglichen, menschlichen Sicht, machen all die Leiden und Entbehrungen keinen Sinn, wenn nicht ein aus Erkenntnis gewonnener Aspekt dazukommt. Verstrickt im Egoismus, in Egozentrik und Materialismus kann das Alltags-Ich ohne weitere Erkenntnis keine Erklärung und damit keine Motivation finden, um die Unannehmlichkeiten des Lebens freiwillig zu akzeptieren.

Von oben nach unten, also aus göttlicher Sicht gesehen, sieht das ganz anders aus: Das Höhere Selbst des Menschen stammt aus dem Göttlichen ab und ist seinem Wesen nach unendliche Liebe, dynamische Liebe. Liebe ist der Wille des Höheren Selbstes. Solange das Höhere Selbst nicht erkannt ist, ist auch die Liebe unergründlich. Das Höhere Selbst ist also ursprünglich paradiesische reine Liebe, aber: zunächst ohne Selbstbewußtsein und Freiheit.


Lieben müssen wir erst lernen

In der geistigen Welt, der Heimat des Hohen Selbstes des Menschen, hat der Mensch volles kosmisches Bewußtsein, er geht voll auf in der göttlichen Liebe.

Sobald sich der Mensch inkarniert, zum Zeitpunkt der Geburt, wird sein Bewußtsein so stark gedämpft, daß er sogar seinen göttlichen Ursprung und das Wissen um die geistige Welt vergißt. Dies muß so sein, damit sich der Mensch ganz auf sein Erdenleben konzentriert. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er sich so viel Weisheit erarbeitet hat, dass er soweit ist, dass ihm das kosmische Bewusstsein wieder gegeben werden kann, ohne das Risiko, dass es missbraucht wird. Bis dahin ist der Weg allerdings noch lang. Unser Verantwortungsbewusstsein steckt zur Zeit noch in den Kinderschuhen.

Vorübergehend wird dem Menschen sein Empfinden der göttlichen Liebe / des göttlichen Lichtes / der Erleuchtung vorenthalten, damit er gezwungen ist, sich mit den irdischen Problemen, Sorgen, Ängsten, Nöten, der Existenznot usw. auseinanderzusetzen, weil er nur durch das Durchmachen und Überwinden von Schwierigkeiten und durch das Finden von Lösungen seiner Probleme selbständig, frei und liebefähig werden kann. Wir lernen ausschließlich durch Auseinandersetzungen, Fehlschläge, Fehler machen, Leiden und Schmerzen ertragen und diese bewußt hinnehmen. Könnten uns diese Eigenschaften geschenkt werden, würden sie nie zu unserem persönlichen Eigentum, wir würden nie selbstständig und frei werden können.


Das Leiden ist zeitlich begrenzt

Wie kann sich dieses an und für sich ursprünglich liebevolle aber unselbständige, unfreie, weil im Göttlichen voll eingebundene Ich oder Selbst zu einem erkenntnis- und weisheitsvollen, selbstständigen, freien Ich oder Selbst entwickeln? Nur dadurch, daß es sich durch Egoismus, Materialismus usw. durchkämpft, was eben verbunden ist mit den täglichen zahlreichen Schwierigkeiten, Problemen, ... - Wer eine Zeit lang Liebe/Zuneigung entbehrt hat, weiß diese erst recht zu schätzen, und bewusst und achtend zu leben, wenn er sie wieder empfangen darf. Wer eine Zeit lang in finanziellen Nöten gelebt hat, weiß es zu schätzen, wieder über ausreichende Mittel zu verfügen, er geht dann weisheitsvoller mit ihnen und seinen Mitmenschen um.

Die Muskeln des physischen Leibes werden ausgebildet durch körperliche Betätigung, seelisch-geistige "Muskeln" nur durch seelisch-geistige Bemühungen. Von außen kann nichts geschenkt werden, jeder Sportler kennt das, niemand kann für ihn trainieren.

Es geht also nicht darum, daß (von unten betrachtet) der Mensch hier auf der Erde ein ruhiges, beschauliches, ungestörtes, zufriedenes Dasein führt, sondern darum (von oben gesehen), daß ein Höhere Selbst auf der Erde die Möglichkeit erhält, durch Probleme, Schwierigkeiten, Leiden, Entbehrungen, usw. zu wachsen, sich zu entwickeln und Seelensubstanz aufbauen zu können. Das Ich erhält dadurch eine Gestalt, seine für ein individuelles Ich unverwechselbare Struktur. Und das ist nur und ausschließlich auf der Erde, in der Materie möglich. In der geistigen Welt können wir nur vergangene Erfahrungen aufarbeiten und so sein wie wir halt geworden sind, die Erfahrungen aus vergangenen Erdenleben auswerten, weitere Entwicklung anstreben und planen. Aber wir können hier nichts verändern. Deshalb müssen und wollen wir wieder runter auf die Erde.

Die Seele und der physische Leib sind die Instrumente des Höheren Selbstes, sie sind nicht Selbstzweck. Für die Seele ist das Leiden verständlicherweise etwas, was man möglichst bald wieder los werden will, für das Höhere Selbst ist es eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung! Das Leiden ist aber nur eine Vorstufe, worauf es eigentlich ankommt bei der Bewußtseinsentwicklung, ist die innere seelische Bemühung. Erst wenn der Mensch leiden und Schmerzen ertragen muß, ist er bereit zur Veränderung. Wenn der Mensch in seiner Entwicklung durch Erfahrungen und Lernen aus dem Leiden eines Tages weise, frei, selbstbewußt, selbständig geworden ist, hat das Leiden seinen Zweck erfüllt. Dann hört es auch auf. Auf höherer Stufe geht es dann mit anderen Übungen und Aufgaben weiter. Es wird uns auch in Zukunft, wenn wir durch die derzeitigen Entwicklungsbedingungen einmal durch sind, nicht langweilig werden! Aber, das ist ja eben des Wesen des Ichs: sich immer weiter zu entfalten, vorerst hier im Materiellen, bis wir Selbstbewußtsein und Freiheit erlangt haben, dann geht es weiter auf anderen Stufen, in geistigen Welten, immer weiter ... Der Kosmos ist riesig und vielfältig, aber es gibt mancherorten auch viel Chaos. Und damit für uns in Zukunft viel zu tun, wenn wir hier auf der Erde genug gelernt haben.

Unsere aktuellen Probleme/Nöte haben ihren Ursprung zumeist in der Vergangenheit, sie sind in diesem Falle unser Karma, das jetzt auszugleichen ist. Das heißt: Wenn heute viele Menschen viel leiden, dann hat das auch damit zu tun, dass wir uns in vergangenen Leben negativ, destruktiv verhalten haben. Wir haben vielleicht andere Menschen gekränkt, verletzt (innerlich und/oder äußerlich), ihnen Schaden zugefügt, vielleicht sogar getötet. Da die göttlichen Gesetzmäßigkeiten absolut gerecht sind, verlangt ein Fehlverhalten immer nach einem Ausgleich, und den haben wir jetzt herbeizuführen durch bewußt achtendes, verständnisvolles Umgehen miteinander.

Durch anhaltenden Egoismus, Materialismus, usw. in der jetzigen Inkarnation brocken wir uns neues Karma und in der Zukunft sich auswirkende Schwierigkeiten ein, es sei denn, wir erkennen die Gesetzmäßigkeiten des Karmas, der Schicksalsgesetzmäßigkeiten jetzt, und arbeiten daran.

Bei bevorstehenden neuen Aufgaben kann das Karmagesetz für den betreffenden Menschen auch aufgehoben werden, durch den Christus, wenn noch unerledigtes Karma aus der Vergangenheit den Menschen bei der Ausübung von neuen Aufgaben behindern würde.

Resümee: Durch Leiden, Erfahrungen erwerben wir uns Seelenkräfte: das Denken, Fühlen und Wollen. Wenn wir schwierige Situation erfolgreich bewältigt haben, sind wir wieder ein Stück gewachsen.


Das Leiden macht Sinn!

Das Leiden ist kein Selbstzweck. Wir leiden also nicht, um zu leiden, sondern um geistig-seelisch zu wachsen. Unser Gott ist pure Liebe, er lässt seine Söhne und Töchter nicht unnötig leiden!

Leiden und Schmerzen sind eine Aufforderung und Herausforderung durch unser Schicksal: wir werden aufgefordert, darüber nachzudenken, was wir in unserer Einstellung zum Leben, an unserer Verhaltensweise ändern müssen. Viele krebskranke Menschen sagen, dass sie das so verstanden haben, in sich gingen und dann ihr Leben umstellten. Unsere Schmerzen fragen uns also: wo ist in deinem Seelenleben eine Disharmonie. Wenn wir die Antwort finden, und es ist heutzutage kein Problem, die Antworten zu finden, kann Heilung stattfinden. Fatal wirkt es sich aus, wenn Schmerzen durch Schmerzmittel unterdrückt werden, weil man ja keine Schmerzen haben will. Denn: damit verschwindet auch der Hinweis, dass eigentlich doch etwas verändern werden sollte. Durch das Beseitigen der Schmerzen durch Medikamente findet also keine Veränderung im Seelenleben des Menschen statt, alles bleibt beim Alten. Bis die Schmerzen sich wieder melden, denn lernen muss der Mensch, ob freiwillig oder durch Krankheit, wenn er nicht freiwillig lernt. Wenn der Mensch absolut nicht lernen will, gibt es Steigerungen: durch Schicksalsschläge. "Wen der Herr liebt, den züchtigt er". Diese Aussage in der Bibel habe ich früher nicht verstanden. Heute ist sie mir verständlich geworden: Leiden sind eine Art der Erziehung ... aus Liebe. Denn wenn wir Schmerzen und Leiden überwunden haben, weil wir dazu gelernt haben, sind wir geistig und seelisch wieder ein Stück gewachsen.

Nun schaut ja Gott nicht aus der Ferne zu, wie wir Menschen leiden. Da er ja selbst Mensch geworden ist, in Christus, sich mit der Menschheit verbunden hat - seit Golgatha - und seitdem in jedem einzelnen Menschen lebt, so weit wir ihn in uns zulassen, erlebt er ja alles selbst, was wir Menschen erleben, Freude aber eben auch Leid. Die Summe der Leiden und Schmerzen der Menschen sind die Summe des Leidens Gottes! Dieser Tatsache sollten sich alle diejenigen mal vor Augen führen, die behaupten, dass da draußen irgendwo ein zürnender allmächtiger Gott ist und wir Menschen als armselige Würmer hier auf der Erde kriechen und leiden, weil wir eben schlecht sind!! Unglaublich!! Und alles andere als überzeugend.

Rudolf Steiner sagt, dass der Egoismus und Materialismus in der Menschheit der Grund dafür sind, dass der Christus weiterhin täglich neu gekreuzigt wird.


Wie lange müssen wir noch leiden?

Gott hat seine Söhne und Töchter also nicht aus dem Paradies - der geistigen Welt, unserem Ursprung - geschmissen, um uns lediglich hier auf der Erde dahin leiden zu lassen. Das wäre ja herz- und lieblos. Da aber Gott pure Liebe ist, muss er sich wohl etwas Wichtiges und Besonderes dabei gedacht haben. Nämlich: im Schweiße unseres Angesichtes und unter Schmerzen müssen wir lernen, was Liebe ist. Das ist so was wie eine Geburt, die für Mutter und Baby unter Schmerzen abläuft.

Leiden und Schmerzen hören dann auf - eines Tages - wenn wir alles gelernt haben, was wir zu lernen haben. Dann ist der Sinn des Leidens erfüllt und die große "kosmische Schulabschlussfeier" kann starten. Das wird ein Fest! Das ist gleichzeitig das große Fest des "Menschgewordenseins".

Noch sind wir ja erst dabei, Mensch zu werden.

Was heißt es denn, MENSCH zu sein? Für mich heißt das, aus dem göttlichen Ursprung abstammend, die göttliche Liebe und Weisheit bewusst und achtend zu leben. Aus Überzeugung und aus ganzem Herzen!

Leider müssen wir feststellen, wenn wir uns in der Welt umschauen, dass die meisten Menschen noch nicht so weit sind. Bis auf wenige, die uns das Menschsein schon vorleben können. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Geht es dir, lieber Leser, anders?

Die göttliche Liebe "aus ganzem Herzen" bewusst leben bedeutet, dies in der ganzen Tiefe und Weite unserer Seele, unserer Empfindungen tun. Ein liebender Mensch strahlt Wärme aus, Herzenswärme, aber auch körperliche Wärme, was in unserer "coolen" Welt leider keine Selbstverständlichkeit ist. Und dabei können sich seelische und körperliche Wärme sogar heilend auswirken und werden in verschiedenen Therapien auch angewendet. Sogar Herzerkrankungen können mit Liebe geheilt werden - kein Wunder!


Es ist an der Zeit, sich mit Liebe, Herz und Gefühlen wieder intensiv zu befassen.

Das Herz ist also Träger und Sitz der Liebe. Diese Erkenntnis führt uns zu dem Geheimnis des "Heiligen Grals". Der Heilige Gral ist seit vielen Jahrhunderten ein stets wiederkehrendes Thema und füllt inzwischen viele dicke Bücher. In Bergen und Höhlen wird nach ihm gesucht - vergeblich. Denn mit dem Heiligen Gral ist was anderes gemeint als ein mit kostbaren materiellen Edelsteinen geschmückter Krug.

Es wird berichtet, dass ein gewisser Joseph von Arimathia das Blut Christi, als es vom Kreuz herab tropfte, in einem Becher, oder einer Schale, auffing. Dieser Becher wird seitdem gesucht.

Es geht also um einen Becher, einen Behälter, mit dem Blut Christi als Inhalt. Rudolf Steiner sagt, dass unser Ich in der Wärme des Blutes lebt, denn das Ich ist ja Feuer, Liebe. Für den Menschen mit Christusbewusstsein ist es der Christus selbst, der mit seiner Liebe in dem Blut des Menschen lebt.

Das Herz, die Menschenseele, ist der Behälter, der Heilige Gral, mit dem Christus, der überfließende Liebe ist, als Inhalt.

Ist doch eigentlich ganz einfach, und einleuchtend.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Die Menschen suchen in weiten Fernen das, was sie in sich selbst als Geheimnis verborgen tragen, und wissen es nicht. Oder ab jetzt doch?


Die Liebe geht nicht durch den Kopf

... sondern durch das Herz - manchmal auch durch den Magen, der aber wiederum mit dem Herzen sehr viel zu tun hat! Man kann es sogar schmecken, wenn mit Liebe gekocht wurde. Und Nahrung, die mit Liebe zubereitet wurde, hat bewiesenermaßen ganz andere Qualitäten als Fast Food. Hier bringt es ausnahmsweise nicht die Schnelligkeit, sondern die Qualität.

Was hilft uns in problematischen, schmerzlichen Situationen weiter? Die Einstellung, dass die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, nicht zufällig da sind, sondern dass sie für uns eine Herausforderung zu bewusstem Handeln sind. Wenn wir uns vor ihnen aus Ängstlichkeit, Bequemlichkeit, Unsicherheit drücken, laufen sie uns ständig hinterher, bis wir sie dann doch einmal angehen. Wie kann eine Lösung aussehen?

Vorschlag: Wenn man sich in einer schwierigen Situation befindet, diese durchdenken (stärkt die Seelenkraft Denken), 2.) das Herz befragen, ob durch meinen Entschluß niemandem geschadet wird (stärkt die Seelenkraft Fühlen), 3.) den gefassten Entschluß mutig, entschlossen in die Praxis umsetzen (stärkt die Seelenkraft Wollen).

Niemand kann und darf für Andere denken und entscheiden, das muss jeder für sich alleine tun. Denn etwas radikal Neues ist in die Menschheitsentwicklung eingetreten: die geistige Welt entlässt den Menschen in die Freiheit, die geistigen Mächte, die in der Vergangenheit das Schicksal der Menschheit gelenkt und bestimmt haben (die "Götter" = die geistigen Hierarchien, unsere älteren Brüder in der geistigen Welt), mussten sich zurückziehen, damit der Mensch sich in Freiheit weiter entwickeln kann. Das heisst auch, ganz deutlich gesagt: Gott, Christus, lässt den Menschen absolut frei in seinen Entscheidungen, deshalb geht es auch in der Welt so chaotisch zu. Und nur wenn wir Menschen dies erkennen und die große Verantwortung, die sich daraus ergibt, wahrnehmen, kann es mit uns und unserem Planeten Erde weitergehen. Wenn wir Menschen es nicht tun, tut es niemand. Gott hat auf der Erde nur unsere Hände. Unsere Hände sind seine Hände. Die Kreatur harrt sehnsuchtsvoll darauf, dass sich der Mensch ihr interesse- und liebevoll zuwendet.


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Säume nicht!
Träume nicht!
Wandle!
Frage nicht!
Klage nicht!
Handle!
(Langbehn)


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Das Leben ist ein leerer Krug. Du hast ihn auszufüllen.
Und was du dir gesammelt hast, wird dich im Jenseits stillen.
(M. Seemann)


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Kein Mensch ist dein Feind,
kein Mensch ist dein Freund,
jeder Mensch ist dein Lehrer.
(Chinesisches Sprichwort)


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Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich fein,
was durch Langmut er versäumt, holt er durch Strenge wieder ein.


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Ich habe allein mit der Gegenwart zu tun. Gott wird für die Zukunft sorgen. Die wichtigste Zeit ist das Jetzt; der wichtigste Mensch ist der Nächste, mit dem ich jetzt spreche; die wichtigste Tat ist, dem Nächsten, mit dem ich jetzt spreche, Gutes zu tun.
(Tolstoi)

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Menschlich ist es, Sünde treiben,
teuflisch ist's, in Sünden bleiben.
Himmlisch ist's, die Sünde hassen,
göttlich ist's, die Sünd' erlassen


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Wie tief wir auch fallen mögen: wir können nicht tiefer fallen, als Gottes Arme reichen.
(W. Penn)


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Vertrauen ist der Schlüssel zu jedem Herzen.
(M. M.)


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Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Güte und Liebe, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.
(Alfred Delp)


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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand.
(Pascal)

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Je mehr der Mensch an Gott glaubt, desto weniger fürchtet er die Menschen.


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Brücken vom Menschen zum Menschen schlagen, ist die wundersame Baukunst des Herzens, und Gott ist ihr höchster Baumeister.


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Wer die Gottesgabe der Begeisterung hat, wird wohl älter, aber nie alt.


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Kommt dir ein Schmerz, so halte still
und frage, was er von dir will.
Die ewige Liebe schickt dir keinen
bloß darum, daß du mögest weinen.
(Fouqué)

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Quellen des Lebens
(Christian Morgenstern)

Quellen des Lebens fühl ich in mir springen,
Quellen uralten Lebens.
Quellen des Lebens hör ich in mir singen:
Nichts ist vergebens! Nichts ist vergebens!

Tief aus Chaos führt der Weg allen Strebens
hoch zu Gott in tausend Spiralenringen...
Gott selbst bist du auf Vogel-Phoenix-Schwingen
ewig neuen zu dir selbst Erhebens.

Höher immer, bis zum Unfassbaren,
lebst du dich die Leiter der Möglichkeiten -
bis du dein in deiner unendlichen Fülle
inne wirst. Herr dann der Gestirnheerscharen,
in dir, Welt-Ich, dann alle Räum' und Zeiten,
Ewigkeit allein dann noch deine Hülle!

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