VITASOPHIE

Erinnerungen an vergangene Erdenleben


Die Geheimnisse, die den Menschen jenseits der Bewußtseinsschwelle erwarten, werden immer mehr entschlüsselt. Millionen von Menschen haben heute bereits Erlebnisse, durch welche ihr geistiger Blick über die Todesgrenze hinaus oder zurück in frühere Erdenleben erweitert wird. Solche Erfahrungen werden inzwischen nicht mehr nur in der Lebenspraxis real erlebt und dokumentiert, sondern bestätigen darüber hinaus das, was in geisteswissenschaftlichen Schulen schon immer gelehrt wurde.


Warum erinnert sich der moderne Mensch von heute "normalerweise" nicht an seine früheren Leben?

Weil wir in der Vergangenheit nicht bewußt spirituell gelebt haben. In dem Menschen, der während seines Erdenlebens im Materialismus verstrickt bleibt, der zwar intelligent aber verkopft ist und für den Geist und Seele keine Bedeutung haben, werden auch in seiner nächsten Inkarnation keine Erinnerungen an frühere Leben aufsteigen. Wer sich jedoch in der Gegenwart ganz bewußt mit Fragen der wiederholten Erdenleben, Karma, also mit dem spirituellen Bereich unserer Existenz, befasst, bildet in sich ein Organ aus, wodurch für ihn in der nächsten Inkarnation klare Erinnerungen in Form von Bildern, verbunden mit starken Gefühlen, eine Selbstverständlichkeit sein werden, was ihm wiederum für das Verständnis seines Lebensplanes und damit der Meisterung seines Lebens und auch der dann möglichen Vorbereitung der Zukunft eine große Hilfe sein wird.

Wir haben mit dem Thema der Erinnerung an frühere Erdenleben ein Beispiel dafür, wie wichtig das Üben des bewussten Handelns ist. Weitere Beispiele aus dem täglichen Leben:

Ich suche meine Brille: wo habe ich sie gestern Abend nur hingelegt? - Hätte ich sie gestern Abend bewusst an eine bestimmte Stelle gelegt, würde ich mich jetzt sofort daran erinnern.

Ich bin mit dem Auto unterwegs in den Urlaub. Zweifel tauchen in mir auf: sind alle elektrischen Geräte abgeschaltet? Vorhin hatte ich doch noch den Herd an? ... - Hätte ich bewusst alle Geräte abgeschaltet, die Fenster bewusst geschlossen, die Türe bewusst abgeschlossen, brauchte ich mir jetzt keine Sorgen zu machen, und noch mal umzukehren, um nachzuschauen, dieses Mal bewusst.


Das Bedürfnis nach mehr Wissen über die eigene Vergangenheit ist groß

Auf eine moderne, aktuelle Weise ist es James Redfield in den "Prophezeiungen von Celestine" gelungen, ungewöhnlich erscheinender, neuer geistiger und seelischer Erfahrungen in bildhafter Erzählform zu einer Abenteuergeschichte zu verdichten, in welcher eben Millionen Leser ihre eigenen oft nicht verstandenen oder nur halbbewussten spirituellen Erfahrungen wiederfinden konnten. Gerade die durch das Leben bedingten Entwicklungsschritte, Krisen, Hindernisse und der heute erlebbare Kampf mit den Gegenkräften, auf dem Hintergrund der sich entwickelnden Seelenkräfte, machten Leser auf die eigenen, sehr individuell geprägten spirituellen Erfahrungen aufmerksam.

Auch ist bei immer mehr Menschen ein tiefes Bedürfnis vorhanden, sich mit anderen Menschen über spirituelle Fragen auszutauschen. Einmal, um aus den Erfahrungen Anderer zu lernen, aber auch, um die eigenen Ansichten und Hoffnungen bestätigt zu bekommen.


Um Klarheit zu erhalten, braucht man als ersten Schritt Erkenntnisse

Sich Klarheit zu verschaffen über das, was da an Bildern heranstürmt, um unterscheiden zu können, aus welcher Bewußtseinssphäre da jemand spricht, ist ein ganz wichtiger erster Schritt. Denn nicht alles, was da an Bildern kommt, stammt tatsächlich aus der eigenen Vergangenheit des Menschen, der sie sieht. Wer ohne Prüfung alle Bilder auf sich bezieht, zieht sich eventuell Karma-Schuhe an, mit denen sich eigentlich ein anderer Mensch Blasen laufen sollte.

In welche Sphäre tauchen wir ein, wenn wir die Erinnerungsbilder sehen? Dazu zunächst ein kurzer zusammenfassender Überblick des (anthroposophischen) Menschenbildes.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Menschheitsentwicklung hat der Mensch im wesentlichen 4 Wesensglieder, mit denen er 4 verschiedenen Bereichen des Kosmos angehört:

1.) das Ich, das in den höchsten geistigen Bereichen seinen Ursprung hat. Das Ich ist Liebe und Wille, ergreift Initiative, übernimmt Verantwortung, ist der Kapitän des Schiffes.

2.) die Seele, Seelenleib, Astralleib: der Bereich unserer Gefühle, des Bewußtseins und der Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen. Die Seele (das Weibliche im Menschen und im Kosmos) ist dem Ich ein Spiegel. Die Seele reflektiert dem Ich, ob das, was das Ich in seinem Tatendrang vor hat, auch Sinn macht. Weil wir in vergangenen Leben meistens erst hinterher (nach den gemachten Erfahrungen) die beschädigte Seele gefragt haben, oder auch nicht, haben wir uns unser Karma geschaffen, unsere Altlasten, mit deren Aufarbeitung wir heute noch alle Hände voll zu tun haben. Aber, wie gesagt, das wird ja von jetzt an immer besser, nämlich je bewusster wir unser Leben gestalten, und die Weisheit in uns rechtzeitig befragen.

3.) der Lebensleib, Ätherleib, die Lebensorganisation des Menschen

4.) der physische Leib.

Der Lebensleib, die Lebensorganisation des Menschen (andere Bezeichnungen sind: energetischer Körper, feinstofflicher Körper), ist die Ebene, wo Geistheilen, Reiki, Prana, Akupunktur, Akupressur, Meridiantherapie, usw. usf. Anwendung finden. Es werden ja dabei Lebenskräfte übertragen, bzw. zum Fließen gebracht. Leben muß fließen, wenn es nicht mehr fließt, wenn es zu Stockungen/Stauungen kommt, wird der Mensch krank. Der Lebensleib baut die Organe des physischen Leibes auf und erhält sie lebendig. Er ist auch der Bereich unserer Gewohnheiten, unseres Temperamentes, alles, was von Dauer ist. Außerdem, und das ist jetzt in unserem Zusammenhang der Erinnerungen interessant: im Ätherleib sind auch alle Lebenserfahrungen, die wir je gemacht haben, sowohl im gegenwärtigen als auch in den vergangenen Leben, in Form von Bildern gespeichert.

Die Bilder, die bei der Meditation und bei Erinnerungen an frühere Leben auftauchen, entstammen also der Ätherwelt/der energetischen Ebene. Rupert Sheldrake spricht von "morphogenetischen Feldern" (auch die Wissenschaft hat angefangen, die Grenzen der Materie zu überschreiten).

So, wie der Mensch seinen persönlichen Lebens- oder Ätherleib mit all seinen persönlichen Erinnerungen hat, gibt es auch eine kosmische Äthersphäre, in der alle Erinnerungsbilder aller Menschen, der Erde, der Planeten enthalten sind. Ein Begriff dafür ist: das Weltengedächtnis. Ein fernöstlicher Begriff dafür ist "Akasha-Chronik". Wenn der Mensch stirbt, werden die Bilder seines persönlichen Ätherleibes in die kosmische Äthersphäre eingeprägt. Dadurch kann der Geisteswissenschaftler, wenn er in diese Sphäre eintaucht, auch die ganze Menschheitsgeschichte überschauen, erforschen.

Nach dem Tode des Menschen löst sich der Ätherleib normalerweise innerhalb von wenigen Tagen in den allgemeinen kosmischen Äther auf, bis auf einen Extrakt, der dem Menschen bleibt, und wodurch es uns dann möglich ist, während unseres Aufenthaltes in der geistigen Welt und in zukünftigen Erdenleben unsere persönlichen Bilder aus der Vergangenheit immer präsent zu haben.

Das Auflösen des Ätherleibes kann jedoch Schwierigkeiten bereiten, wenn der betreffende Mensch während seines Erdenlebens erhebliche Probleme hatte, psychische Belastungen, die er nicht bewältigt hat und die sich derart in den Ätherleib eingeprägt haben, daß sie ihn an der Auflösung hindern. In diesen Fällen "geistert" der Ätherleib für längere Zeit umher, die Gespenstergeschichten erzählen davon. Sie erzählen auch, daß Ruhe und Friede erst einkehren, wenn sich ein lebender Mensch dem "herumirrenden Geist" interesse- und liebevoll zuwendet. Dann kann die Auflösung des Ätherleibes und damit "Erlösung" geschehen.

Wenn also solche Ätherleiberreste herumgeistern, kann es passieren, daß ein dafür empfänglicher Mensch diese in sich aufnimmt und Bilder und Ereignisse wahrnimmt, die er für die eigenen hält, aus seinen vergangenen Erdenleben. Wenn er mit diesen Wahrnehmungen nicht klarkommt, können sie ihn psychisch und körperlich ruinieren. Auch diese Situation ist ein Beispiel dafür, warum es wichtig ist, sich über die Quelle der Wahrnehmungen Klarheit zu verschaffen. Dies ist möglich, es gibt dafür Übungen. Vorher jedoch noch einmal zurück zum Weltengedächtnis:

Was hat der Computer mit der Akasha-Chronik zu tun?

Ein Bild aus der Computer-Szene als Vergleich für den Vorgang des Einprägens der Lebensbilder in den ätherischen Kosmos: Was geschieht, wenn im Computer Daten abgespeichert werden? Auf der materiellen Speicherplatte geschieht da ja nichts, aber das magnetische Feld wird verändert, d.h. das, was als Energiefeld in und um diesen Magnetkern herum ist, wird verändert. Dasselbe geschieht bei anderen Datenträgern ebenso: Da vollzieht sich überhaupt keine materielle sondern nur eine energetische Veränderung . Man sieht natürlich auf der Festplatte oder Diskette nichts, keine Musik, keine Sprache, keine Bilder, nichts. Aber es sind Spuren. Daher braucht man ein entsprechendes Lesegerät, was dann diese energetischen Informationen wieder umwandelt in Daten, Pixel, Sprache, Musik, Bild. Ähnlich speichert die ätherische Speicher-Sphäre, die die ganze Erde umgibt und die alles das speichert, was an Gedanken, an Bewusstseinsinhalten, an Bildern, an Erlebnissen auf der Erde jemals während der ganzen Evolution passiert ist. Wie sehr die Elektronik des Computers mit dem Frequenzbereich des menschlichen Denkens verwandt ist, kann man an der Beobachtung bestätigt finden, wie ein Computerfreak mit seinem Computer verschmelzen kann, "er geht dann ganz in ihm auf". Nächtelang. Filmproduktionen wie Matrix I-III erscheinen in diesem Licht nicht mehr ganz so unrealistisch. Also passen wir auf, ob wir noch unseren Computer steuern, oder er uns.


Synchronizität von Gedanken

Da der ätherische Speicher, das Weltengedächtnis, unser ganzes Planetensystem ausfüllt, ist es möglich, daß das, was Menschen an einer Stelle der Erde denken, an einem anderen Punkt der Erde offensichtlich gleichzeitig auftritt. Daher können Gedanken als lebendige Bilder, die ja in dieser energetischen Sphäre zu Hause sind, blitzschnell andere Menschen erreichen, in diesen Menschen sofort etwas bewirken in Form von wohltuenden Empfindungen, sogar Fern-Heilungen - im positiven Falle. Auch erklärt sich hierdurch, daß Erfindungen gleichzeitig an verschiedenen Punkten der Erde gemacht werden, von Menschen, die voneinander nichts wissen.

In der Tierwelt kann man das wunderbar erleben, wie die einzelnen Tiere eines Schwarmes (von Fischen, Vögeln usw.) sich harmonisch aufeinander abgestimmt verhalten (z.B. der Flug in den Süden im Herbst). Da ist ein gemeinsames Verhalten unübersehbar, das einzelne Tier kann das nicht leisten.

Und so ist ja auch der Mensch zwar ein einzelnes Ich, aber im seelischen und energetischen Bereich mit den Mitmenschen, auch mit der Natur, sogar dem Kosmos verwoben. So sehr, daß der Mensch erst lernen muß, sich abzugrenzen, um nicht in der Umwelt zu zerfließen. So lange diese Abgrenzung noch nicht richtig funktioniert, der Mensch also noch nicht ausreichend Selbstständigkeit erreicht hat, ist er den Einflüssen in seinem (astralischen) Unterbewußtsein noch ausgeliefert. Seelische Nabelschnüre können ihn dann noch gefangenhalten. Deshalb muß der Mensch anstreben, ein selbstständiges, unabhängiges Ich zu werden, lernen, auch seinen psychischen und energetischen Bereich selbstbewußt zu steuern, um auch dort unabhängig zu werden. Auf dieser Stufe der erlangten Weisheit entscheidet der Mensch gelassen und selbstsicher, ob er sich (sein Ich und seine Seele) der Umwelt öffnet, oder ob er seine Ruhe haben will.

Daß Gedankenlesen möglich ist, überrascht also in Anbetracht des oben Ausgeführten auch nicht mehr. Die Gedanken sind ja nicht im Kopf des Denkenden eingeschlossen, sondern ringsherum ausgebreitet und derjenige, der die Antenne für die (Gedanken-)Bilder auf der energetischen/ Ätherebene hat, kann sie natürlich wahrnehmen.

Die Gedanken, Gewohnheiten, Verhaltensweisen eines Menschen sind also nicht auf den betreffenden Menschen räumlich beschränkt, sondern auch für andere dafür empfindliche Menschen erlebbar. Daher funktionieren auf dieser Ebene der Synchronizität der energetischen Muster auch die Familienaufstellungen von Bert Hellinger. Die Teilnehmer tauchen sozusagen in den Ätherleib eines anderen Menschen ein und können so seine Rolle spielen. Die Vorgehensweise bei den Aufstellungen sollte jedoch unbedingt noch verfeinert werden: wiederholte Erdenleben und Karma müssen mit in die Arbeit einbezogen werden, auf psychischer Ebene ist verständnisvolle, liebevolle Hilfe zu leisten, damit der betroffene Mensch, der diese Hilfe braucht, durch die Aufstellung geistige, seelische und körperliche Stärkung erfährt und sich nicht alleine gelassen sieht. Die Seele wäre dann zwar aufgewühlt, aber weder geläutert noch gefestigt.


Über das Weltengedächtnis

Der Vergleich mit dem Computer hinkt in gewisser Weise, denn das ätherische Weltgedächtnis ist natürlich etwas viel Größeres, Gewaltigeres und Lebendiges. Diese Sphäre ist hochsensibel, alles, was hier eingeprägt ist, bleibt lebendig, nicht starr bzw. rein elektronisch wie auf der Festplatte eines Computers. Hinter dieser Sphäre ist nicht nur eine allgemeine Kräftesubstanz, da sind nicht nur Kräfte, Fakten, gespeicherte Dinge, Bilder, schöpferische Kräfte, sondern geistige Wesen, von denen diese Kräfte ausgehen.

Im ganzen Kosmos gibt es keine neutralen Substanzen, sondern alle, auch die substanziellen/chemischen Vorgänge, gehen immer von lebendigen Wesen aus.

Letztendlich ist der Christus die Quelle allen Lebens, ob man die Lebenskräfte nun Reiki, Prana, Ka, Od, Orgon, oder sonstwie nennt.


Über Visionen

Zu den verschiedenen, immer häufiger auftretenden Bewußtseinsformen gehört auch die Möglichkeit, sich an die Zeit vor der Geburt zu erinnern. Das heißt auch, das Ereignis in den Blick zu bekommen, wie Menschen auf ihr nächstes Erdenleben herunter schauen. Konkret: ein ungefährer Lebensvorblick, eine Art "Lebensvision" erscheint dem sich inkarnieren wollenden Menschen vor der Geburt, die dann zunächst beim Geborenwerden wieder vergessen wird. Aber es besteht die Möglichkeit, sich langsam wieder daran zu erinnern!

Eine "globale Vision" entsteht, wenn es gelingt, die gesamte Menschheitsentwicklung ins Bewußtsein zu bekommen, also nicht nur sein persönliches, individuelles Leben, sondern die Aufgaben, die Menschen sich gemeinsam für die Erde gestellt haben, Da betrachtet man das Erdendasein aus der Perspektive des Jenseits. Jedes Ereignis unseres Lebens steht in einem großen, wunderbaren Zusammenhang einer Vision, in der jedes einzelne Menschenleben äußerst wichtig ist, aber die Entwicklung der gesamten Menschheit ist die Gesamtvision.

Was auch immer wir für die zukünftige Zeit erwarten, ist wie ein Gebet, dessen Kraft in irgendeiner Form zu uns zurückträgt, was wir erwartet haben. Jeder Mensch muss sich bewusst für die eine oder die andere Zukunft entscheiden!

Rudolf Steiner: jede Vision ist werdendes Karma! Deshalb heißt es auch: aufpassen, welche Vorstellungen, Visionen wir uns vor unser geistiges Auge stellen.


Warum habe ich so schwierige Eltern?

In vielen Menschen wirkt etwas wie eine innere Unruhe, sie fühlen, daß da etwas in ihnen ist, was nicht mit der äußeren Umgebung übereinstimmt. Und die Frage taucht auf: Wer bin Ich eigentlich?

Man fängt an, sich seines Ichs bewußt zu werden. Es kann sogar die Gewißheit da sein: ich habe schön öfters auf der Erde gelebt, es ist etwas Ewiges in mir. Wenn diese Überzeugung stark genug ist, geht dieser Mensch auch in kritischen Lebenssituationen nicht unter, sondern kann Gelassenheit, Abstand bewahren.

Man weiß sich dann gleichzeitig als geistig-seelischen und physischen Menschen. Probleme entstehen, wenn dieses Bewußtsein vom "Doppelmenschsein" dahin führt, daß man sich von den Eltern distanziert, sie sogar ablehnt, was bis zu Extremen gehen kann. Dem liegt zugrunde, daß der sich aus der geistigen Welt der Erde nähernde, die nächste Inkarnation vorbereitende Mensch nicht immer das Elternpaar findet, das ihm das Erbgut vermitteln kann, das er zu seiner geplanten Entwicklung benötigt. Zwar suchen wir uns den bestmöglichen bzw. den passendsten Körper heraus, wenn wir in ein neues Leben heruntersteigen wollen, aber die Auswahl ist heute nicht so groß (was wir ja aktuell als großen Problem erleben, s. "Alterspyramide"), und man muß dann das nehmen, was einem durch die Eltern als Erbmasse geboten wird. In solchen Fällen gibt man sich mit einer zweiten Wahl zufrieden, Hauptsache, die Inkarnation wird ermöglicht, egal wie. Der Wunsch, sich zu inkarnieren, ist so stark, daß man Hindernisse, die man schon vor der Inkarnation absehen kann, akzeptiert, und man nimmt sich vor, im Laufe des Erdenlebens diese Hindernisse zu überwinden, schließlich stärkt dieses Bemühen ja auch noch die Seelenkräfte, und darum geht es uns ja. Deshalb nimmt man, um in dieser Zeit mitleben und mitarbeiten zu können, eben das, was sich in dieser Zeit als Möglichkeiten bietet.

Idealerweise sollten doch die Eltern, die man sich aussucht, eine "gewisse Vollkommenheit" und einen "ausgeglichenen Charakter" haben. Aber, wer selbst Eltern ist, weiß, daß diese schönen Eigenschaften dünn gesät sind. Andererseits kann sich ein Mensch, der mit schwierigen Eltern konfrontiert ist, dadurch, daß er sich mehr anstrengen muß, um sein gestecktes Ziel zu erreichen, eine umso solidere Grundlage erarbeiten, ein freier, selbständiger und liebender Mensch zu werden.

Auch unsere Eltern und Mitmenschen werden mit den besten Absichten geboren, aber auch sie schaffen es oft nicht wirklich, was sie als Lebensvision, als spirituelle ideale Aufgabe mitbrachten, zu realisieren. Das modifiziert auch unser eigentlich mitgebrachtes Karma. Mit diesen Tatsachen haben wir zu ringen.

Es gibt auch zahlreiche Fälle, wo vorangegangene Schwangerschaftsabbrüche oder Abtreibungen die betroffenen Menschenseelen so tief prägen, daß sie mit schwierigen, komplizierten Familienverhältnissen zu kämpfen haben, wenn dann eine Inkarnation doch gelungen ist. Und da Abtreibungen heutzutage häufig sind, häufen sich auch karmisch bedingte Probleme. Dadurch wird das Karma natürlich immer komplizierter.

Manchmal wird eine Schwangerschaft auch von dem eigentlich sich inkarnieren wollenden Ich abgebrochen. Dann wird zwar von der geistigen Seite her ein Leben angefangen und die Embryonalentwicklung geht bis zu einem bestimmten Punkt, wird dann aber von der geistigen Seite durch dieses Ich abgebrochen, weil die Seele plötzlich entdeckt: Es geht so nicht, die vorausgeschauten Schwierigkeiten werden zu groß.


Erste Erinnerungen an frühere Leben

Das geschilderte Bewußtsein vom Doppelmenschsein kann eine erste Stufe sein zu weiteren Reinkarnationserfahrungen. Solche Erfahrungen können sehr zart sein. Sie müssen noch nicht in Bildern auftreten, können aber durch bestimmte Situationen als Gefühle und Ahnungen erscheinen, in Krisen- und Stresssituationen, bei heftigem Streit mit anderen Menschen.

Es kann einem auffallen, daß man jedesmal in eine bestimmte Art von Streiten hineinkommt und man sollte sich fragen: wo habe ich dieses Verhaltensmuster her? Vielleicht aus früheren Leben mitgebracht? Auch der Andere, mit dem ich streite, bringt etwas mit, stehen wir uns hier als ehemalige Gegner gegenüber? Aus diesem jetzigen Leben ist es nicht erklärbar. Es können in solchen Situationen bereits Bilder auftreten: man hat das Bild eines Kämpfers oder Kriegers, mit dem man im heftigen Streit, vielleicht mit Schwert oder Schild aneinandergeraten ist und den man verletzt hat, und dann verschwindet das Bild wieder. Das kann auch ein Gefühlsbild sein.


Das Bewusstsein und die Erfahrung der schon einmal gelebten Leben tauchen in einer verwandelten Form in diesem Leben wieder auf. Wenn man aufmerksam ist, kann man bemerken, daß man selbst, wie andere Menschen auch, eine bestimmte Gefühlsart hat, und Neigungen und Gewohnheiten, die anders sind als die der Eltern, ganz individuell. Typische Verhaltensweisen, die Einstellung zu anderen Menschen, ziehen sich wie ein roter Faden durch eine Reihe vergangener Leben. Daran kann man erkennen, ob die auftauchenden Bilder und Situationen zu einem passen. Wenn sie einem fremd vorkommen, man sich mit ihnen nicht identifizieren kann, heißt es: aufpassen. Handelt es sich um einen karmisches Kostüm, das zu einem anderen Menschen gehört?

Wenn man sich mit einem solchen Empfinden und Denken Situationen erklären kann, kann dies ein Auflösen von Karma bewirken. Weil man davon ausgeht, dass zwei Menschen oder auch eine Menschengemeinschaft aus früheren Leben etwas mitbringen, worauf sie vor der Geburt zurückgeschaut haben. Vielleicht hatte man sich vorgenommen, in diesem Leben, wenn man mit bestimmten Menschen wieder zusammentrifft, ganz bestimmte Dinge zu realisieren. Vielleicht, gemeinsame Aufgaben anzugehen, vielleicht auch, sich mit bestimmten Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und daran zu lernen.

Es können also kurzfristige Bilder auftreten, Gefühle, die einem die Gewißheit verschaffen: Du hast mit diesen Menschen schon einmal zusammen gelebt und hast mit ihnen schon etwas zu tun gehabt. Oder sei es nur, man begegnet einem Menschen und spürt: den kennst du. Solche Erfahrungen werden in der Zukunft immer häufiger auftreten, daß Menschen sich wenigstens an ihre letzte Inkarnation erinnern können und vielleicht auch an weiter zurückliegende Leben.

Oft braucht man Mut und Stärke, mit den Bildern früherer Leben, die auch in Form von Träumen erscheinen können, fertig zu werden. Diese Erinnerungen sind nicht immer leicht zu verkraften. Sie können etwas Belebendes, Lösendes, Klärendes haben, aber auch Belastendes. Sie sind mit starken Gefühlen verbunden, die dann entsprechend entweder fröhlich stimmen oder deprimieren, je nach der Situation im vergangenen Leben.


Rückführung unter Hypnose

Um den Dingen eine schnellere Entwicklung zu geben und mehr Präzision zu erlangen, werden Rückführungen unter Hypnose gemacht. Die Erfahrung zeigt, daß dadurch oft mehr ans Tageslicht kommt, in das normale Bewußtsein heraufgeschwemmt wird, als der Mensch ertragen kann. Jenny Cockell, die 1932 (in Irland) starb, 1953 in Irland wiedergeboren wurde und ihre ehemaligen Kinder, inzwischen alt geworden, wiederfand, sagt über die Hypnosesitzungen: "Die Intensität der Erinnerungen ließ mich zerrissen, roh, verwundbar und völlig verwirrt zurück. Ich litt unter einem schrecklichen Konflikt zwischen Selbstschutz und den aus der Vergangenheit aufsteigenden Bedürfnissen. Vom psychologischen Standpunkt aus ist es zwar oft besser, den Dingen ins Auge zu sehen, anstatt sie zu unterdrücken, aber das Trauma des Wiedererlebens sollte nicht unterschätzt werden." "Eigentlich hätte ich es nicht tun sollen, ich hätte Geduld aufbringen müssen, damit die Dinge langsam durch meine Reife von selbst aufgetreten wären."

Ich denke, dass man nicht alle Situationen in vergangenen Erdenleben noch mal erleben muss, in all ihrer Tragik manchmal und mit allen schon mal erlittenen Schmerzen. Wenn man sich im Leben sagen kann - aus Erfahrung und Erkenntnis: "das darf nie wieder passieren( Kriege, Mord und Totschlag, Verletzungen), ab sofort will ich alles tun, dass wir Menschen achtsam und liebevoll miteinander umgehen" - dann ist ja die Weisheit errungen, um die es geht, und alte Muster und Verstrickungen werden aufgelöst.

Der schnellste und einfachste Weg, altes Karma aufzulösen, besteht meiner Ansicht nach darin, dass wir Menschen einander verzeihen! Wenn wir erkennen, dass wir alle in vergangenen Zeiten aus Unwissenheit vieles falsch gemacht und einander verletzt haben, dass sich aus diesen Fehlern unser Karma gebildet hat, das uns heute das Leben noch schwer macht, dass aber, wenn wir aufhören, nachtragend zu sein und uns gegenseitig Vorwürfe zu machen, wir einen Strich unter dieses alte Karma ziehen können und damit anfangen, die Zukunft zu gestalten.

In den Zeiten des Alten Testamentes galt noch: "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Das war die alte - strenge - Ordnung. Eine lieblose Ordnung! Die Zeiten haben sich geändert - ganz und gar! Seit die göttliche Liebe eine menschliche geworden ist - in Christus - und mitten unter uns und mitten in uns anwesend ist, werden die alten karmischen Verstrickungen durch Verständnis und Liebe aufgelöst.

Beispiel: Karma begann damit, dass A dem B eine Ohrfeige verpasste. Jetzt hatte A schlechtes Karma. - Im nächsten Leben begegnete er wieder dem B, der ihm, A, als Ausgleich eine verpasste. Für A bedeutete das den Ausgleich, aber jetzt hatte B das schlechte Karma. Im nächsten Leben begegnete B wieder dem A, der ihm wiederum eine verpasste, als Ausgleich .........

Das ging so immer weiter und wiederholte sich - bis in irgendeinem Leben der A - der in diesem Leben das schlechte Karma hatte - dem B wieder begegnete, dieser aber zu ihm sagte (durch die vielen Erfahrungen in der Vergangenheit weise geworden): ich wäre jetzt dran, dir eine zu verpassen, weil Du mir im vorigen Leben eine geknallt hast, aber das kann so nicht weiter gehen: ich verzeihe Dir das vom letzten Mal!

Somit war dieses Karma ausgeglichen und die beiden konnten sich daran machen, für die Zukunft Gescheiteres zu planen.

Und zwar: wie oben - so unten; wie unten so oben: was für die Menschheit gilt, gilt für den ganzen Kosmos. Nicht nur in der Menschheit ist eine "alte strenge Ordnung" in eine neue, von Liebe, Verständnis und Freiheit getragene Ordnung umzuwandeln: das ist im ganzen Kosmos so. Im Kosmos gelten noch strenge Gesetzmäßigkeiten, die sich seit Äonen und Äonen ständig wiederholten.

Da kommen also noch große Aufgaben auf uns zu: die alte Ordnung im Kosmos umzuwandeln in eine menschliche, das heißt aus Freiheit und in Liebe neu gestaltete Ordnung.

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Für die Charakterbeurteilung eines Menschen ist es sehr aufschlußreich, zu beobachten, über was er sich ärgert.

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Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom.
Albert Einstein


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Vier Dinge kommen nicht zurück: das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil, das vergangene Leben und die versäumte Gelegenheit.


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Kummer kann man notfalls allein tragen, zur Freude gehören zwei.


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Das Leben meistert man lächelnd oder überhaupt nicht.


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Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.
Ebner-Eschenbach


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Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber als ein goldener Käfig.


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Gewohnheiten sind zuerst Spinnweben, dann Drähte.


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Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.


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Billige jedem Menschen drei Fehler zu und du wirst den Rest überraschend nett finden.


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